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23/03/2016

Paradies Deutschland - von Henning Fülbier*, AHAI1129-Kommentar

Vielen Menschen, die zu uns kommen, erscheint Deutschland wie ein irdisches Paradies:

Züge, Busse und Flugzeuge sind fast immer pünktlich, die Wirtschaft boomt, die Einkommen steigen, die Arbeitslosenrate ist niedrig, die Steuereinnahmen sprudeln (in diesem Jahr bekommen Rentner 6 % mehr), und die Kriminalität stagniert. 

Trotz hoher Flüchtlingszahlen muss der deutsche Staat in diesem und im kommenden Jahr keine neuen Schulden machen.
Wer genauer hinschaut, wird aber sehr schnell auf die dunklen Ecken in diesem Paradies Deutschland stoßen. In keinem europäischen Land ist Geld- und Sachvermögen so ungleich verteilt wie bei uns. 10% der Haushalte besitzen 60 % der Fabriken, der Immobilien und Wertpapiere. Und die Vermögenskonzentration steigt stetig an.

Jeder 4. Deutsche arbeitet inzwischen für einen miserablen Lohn, hat keinerlei soziale Absicherung, kann nichts für schlechte Zeiten zurücklegen. Man nennt das prekäre Arbeitsverhältnisse. Frauen sind am meisten davon betroffen. Kinder, deren Eltern arm sind, werden mit großer Wahrscheinlichkeit später selber einmal arm sein. In keinem anderen europäischen Land ist die Chance, sozial aufzusteigen so niedrig wie in Deutschland.

Man gibt zu wenig für Bildung aus und vernachlässigt damit in sträflicher Weise rund ein Viertel der jungen Generation. Besonders Migrantenkinder sind schlecht integriert und haben kaum Chancen nach oben zu kommen.

Natürlich sollte man es sich bei den Ursachen von Terrorismus nicht zu einfach machen. Aber eines ist doch auffallend: Viele der Menschen, die sich Terrororganisationen anschließen, sind jung, ohne Bildung, sprechen schlecht Deutsch und leben am Rande.

Ich frage mich, wie lange wir es uns noch leisten können, den tiefen Riss, der durch die Gesellschaft geht, zu ignorieren und uns in unserem vermeintlichen Paradies entspannt zurückzulehnen?

*Henning Fülbier war neun Jahre lang zuständig für die Fachberatung Deutsch in brasilianischen Gymnasien von Rio Grande do Sul und Santa Catarina und ist heute unser Beobachter und Kommentator in Berlin für die Radiosendung AHAI – bl. 01 - Die Deutsche Stunde der Gemeinden und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br.
E-Mail: henning@fuelbier.de



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