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28/04/2016

"Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht" - von Anja Dullius*

Zufälle spielen im Leben manchmal eine besondere Rolle. Der deutsche Regisseur Edgar Reitz drehte eine Heimatserie über die deutsche Region Hunsrück, als ein Brief von einer Krankenschwester aus Porto Alegre bei ihm eintraf.

Sie erzählte in dem Brief, sie hätte in einer Sendung im brasilianischen Fernsehen über „Film in Deutschland“ ein Interview mit ihm gesehen. Sie meinte, Edgar Reitz hätte eine auffallende Ähnlichkeit mit ihrem Chef, dem Leiter des Hospitals. Dieser würde ebenfalls den Nachnamen Reitz tragen. Sie wollte wissen ob es sich um eine Verwandtschaft handele.

Edgar Reitz wusste es nicht zu sagen. Da schickte ihm die Krankenschwester ein Buch über die „Genealogie der Familie Reitz in Brasilien“. Edgar Reitz fand heraus, dass die Vorfahren der brasilianischen Reitz-Familie ursprünglich aus einem Dorf im Hunsrück kamen, indem er ebenfalls Verwandte hat und die ausgewanderten Vorfahren auch seine Vorfahren waren. Da entstand in ihm der Wunsch, sich mit der Geschichte der Auswanderung aus dem Hunsrück nach Brasilien näher zu befassen und schließlich die Idee, einen Film darüber zu drehen.

Der Titel des Films lautet „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“ und erzählt davon, was die Menschen im Hunsrück dazu bewegt hat scharenweise Mitte des 19. Jahrhunderts auszuwandern. Es waren zum einen Hunger und soziales Elend durch die schlechten Ernten in den Jahren davor, zum anderen unerträglich hohe Steuern und Abgaben an den Staat. Doch dazu gesellte sich ein ganz neuer Gedanke: dass jeder Mensch Anspruch auf sein eigenes Lebensglück hat.

Edgar Retz sagt dazu in eigenen Worten: „Es ist kaum vorstellbar, dass die Menschen in Deutschland noch vor weniger als 150 Jahren ein Leben führen mussten, dass man heute auf der Erde kaum mehr kennt. Wir konnten von dieser Welt aus einen fremden Blick auf unsere Gegenwart werfen und waren erschrocken, wie zersplittert die heutige Gesellschaft mit ihren maßlosen Ansprüchen erscheint.

Der Film stimmt nachdenklich: was bedeuten in der heutigen Zeit der Globalisierung Tradition, Zugehörigkeit und Glaube? Was kann man heutzutage in der Zeit der Mobilität noch als Heimat definieren? Denken wir ein wenig darüber nach…


*Anja Dullius ist Mikrobiologin aus dem Bodensee-Gebiet im Süden Deutschlands,  Kommentatorin der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 02 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br. Sie lebt mit ihrem Ehemann Carlos und den drei Kindern in einer ausgeprägt deutschstämmigen Gemeinde bei Estrela, RS. Beruflich arbeitet sie als Wissenschaftlerin in einem Chemieunternehmen für ein Biogasprojekt, gefördert vom CNPq, entwickelt biotechnologische Produkte und ist an der Universität UNIVATES in Lajeado an einem Projekt zur Untersuchung von Milchsäurebakterien beteiligt. Email: dulliusanja@gmail.com.



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