Wo bleibt der Impfstoff? - von Eckhard Ernst Kupfer*

Das ist die Frage, die sich die gesamte Bevölkerung derzeit stellt. Die letzten Monate nannte der Gouverneur von São Paulo immer wieder Termine für den Beginn einer Massenimpfung, schliesslich hatte das Institut Butantan seit Monaten schon Tests mit dem chinesischen Impfstoff Coronavac durchgeführt und wartete nur noch auf die Genehmigung der Behörde Anvisa, welche am 17. Januar erteilt wurde. 


Daraufhin begann landesweit die Impfkampagne mit 6 Millionen Dosen die Butantan besass. Nur wurde dieser Impfstoff vom Präsidenten und seinen Vasallen angezweifelt oder gar ins Lächerliche gezogen, denn die gesamte Regierung war voll auf Donald Trump fixiert und für ihn war China ein Erzfeind. Also entschied sich die brasilianische Regierung für die gleiche Richtung, egal ob China Brasiliens bester Exportkunde ist und egal ob von dort der rettende Impfstoff kommen könnte.

Nur Donald Trump spielt jetzt nur noch Golf und im Weissen Haus sitzt jemand der mehr um die Umwelt besorgt ist, und plötzlich war der viel belächelte chinesische Impfstoff die einzige Rettung. Aber die 6 Millionen Dosen helfen 210 Millionen Bürger wenig. Dank der Undiplomatie des Präsidenten und einiger seiner Minister hat China wenig Interesse mehr Impfstoff oder Rohsubstanz nach Brasilien zu liefern.

Mit dem zweiten Lieferanten Indien hat es die brasilianische Diplomatie ebenfalls verscherzt. Somit steht Brasilien derzeit im Regen, hat zwar zwei Impfstoffe prüfen lassen aber die Depots sind leer.

Eine Regierung sollte zum Wohle der Bevölkerung handeln, nur dazu gehört eben Intelligenz und Diplomatie. Beides ist in Brasilia selten. Das erinnert an ein Sprichwort meiner Grossmutter: “Dummheit und Stolz, wachsen auf einem Holz.”