Politische Dialektik - von Eckhard Ernst Kupfer*

In der klassischen Verwendung des Wortes Dialektik in der griechischen und später in der römischen Sprachlehre, wurde es als Kunst der Gesprächsführung angewandt. Seit dem 18. Jahrhundert wird es aber auch als Gegensatz im Diskurs und in der Diskussion verwendet 

Wenn wir aber von politischer Dialektik reden, dann könnten wir auch ganz einfach von  der subjektiven Ansicht von gewissen Dingen und Fakten ausgehen. Das hat dann nicht immer etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Wenn wir aber Wirklichkeit mit Wahrheit gleichsetzen, dann könnte man viele  Reden von Politikern auch als Verdrehung der Wahrheit bezeichnen.

Anfang der Woche wurde die jährliche Sitzung der Vereinten Nationen in New York eröffnet und traditionell hat der brasilianische Präsident das Privileg die Eröffnungsrede zu halten. Dies ist Tradition seit der ehemalige brasilianische Aussenminister, Osvaldo Aranha, 1947 die erste gemeinsame Sitzung leitete.  

In seiner Eröffnungsrede bezog sich  der brasilianische Präsident weniger auf die Lage der Welt, was eine tagesfüllende Rede gewesen wäre, sondern er versuchte der Welt seine Ansicht von der brasilianischen Innenpolitik zu erklären. Dies aber wurde zur reinen Dialektik, seine Äusserungen zur Convit-19-Pandemie und zum Brennen der brasilianischen Naturschutzgebiete waren vorsichtig ausgedrückt, eine Verzerrung der Wirklichkeit. Brasilien hat die zweithöchste Todesrate von allen Nationen und auch die zweithöchste Infiziertenrate, obwohl es nach der Bevölkerungszahl nur an sechster Stelle steht. Dass der Präsident  das Virus lange nicht als grosse Gefahr für die Bevölkerung betrachtete und noch heute für die Toten und Kranken keinerlei Mitgefühl zeigt, wurde dem Rest der Welt in brutaler Weise mitgeteilt.

Ähnlich war seine Aussage auch zu den Bränden und Brandrodungen im Amazonas und Pantanal. Tatsache ist, dass in beiden Regionen in der Trockenzeit schon immer abgebrandt wurde, aber noch nie in einem Ausmass wie im Jahr 2020. Niemand wird behaupten, dass die Regierung dazu angestiftet hat, aber sie hat mit Sicherheit viel zu wenig zur Eindämmung und zum Verhindern unternommen. Diese Brände dann auch noch den Indigenen und den Caboclos, sprich Ribeirinhos und Quilombos zu zu schreiben ist schon gerade zu bösartig.

Zusammengefasst, laut Bolsonaro will der Rest der Welt Brasilien nur Böses, da man das Land um seine landwirtschaftlichen Erfolge beneidet.

Die Frage bleibt ob diese Rede mit der Verfassung in Einklang steht, nämlich Schaden von dem Land und seiner Bevölkerung abzuwenden und nur dem Wohle des Landes zu dienen. Politische Dialektik