Die Situation ist da - von Eckhard Ernst Kupfer*

Erstaunlich wie sich die Situation in kurzer Zeit, ja täglich ändert. Jeder neue Corona-Fall, jeder neue Todesfall löst eine Panik aus, wie wir sie zu Lebzeiten noch nie erlebt haben. Wie soll es weitergehen? 

Ich gehe mal von dem heutigen Ist-Stand aus, Donnerstag, dem 19. März. In Brasilien zählt man 4 Corona-Tode und 530 Infizierte. Der Präfekt von São Paulo sowie der Gouvernador haben verfügt, dass ab dem 23.3. alle Schulen und Kindergärten geschlossen bleiben, ebenso Shopping-Centers und alle Ladengeschäfte die nicht lebensnotwendig sind. Mehr und mehr Firmen schicken ihre älteren Mitarbeiter nach Hause um im home office zu arbeiten.

Es wird mehr Inifizierte geben und auch weitere Todesfälle von Personen die ohnehin schon krank und debilitiert sind. Das soziale Leben wird unterbunden, das kommerzielle so reduziert, dass wir in wenigen Wochen oder Monaten ein Heer von Arbeitslosen und gebrochenen Firmen haben werden. Der Staat will mehr Geld ausgeben zum Schutz und zur Vorsorge, wird aber weniger einnehmen. Woher soll dann das Geld kommen? Es werden Schulden gemacht, mehr Geld gedruckt und die Inflation wird steigen.

Das Interesse der noch nicht Infizierten und das sind immerhin 99,9995 Prozent beschränkt sich nur noch auf ein Thema – Corona-Virus. Es ist doch erstaunlich wie es den Verursachern dieser Panik gelingt ein Land, ein Kontinent oder gar die gesamte Welt in Angst und Schrecken zu ersetzen. Kein Krieg hätte dies schneller und perfekter geschafft.

Da muss man wirklich fragen, wer hinter dieser ganzen Geschichte steckt, denn irgend jemand wird es sicher nützen. Wir haben andere Seuchen gehabt, die in kurzer Zeit hunderttausend oder Millionen Opfer verursachten, aber seit der schwarzen Pest in den Jahren 1918-19 gab es nie wieder solche Einschränkungen. Nur damals starben 50 Millionen Menschen, das wäre auf die heutige Bevölkerung hochgerechnet 200 Millionen. Glauben wir wirklich, dass der Corona-Virus solche Auswirkungen haben wird?

Wir sollten versuchen die Angst und Panikmacher  zu indentifizieren und wieder normal zu leben.


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
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