Die neue Normalit├Ąt - von Eckhard Ernst Kupfer*

Wir leben nun seit über ein Jahr in einem Ausnahmezustand. Ausgehen, Freunde treffen, zur Arbeit gehen, verreisen, zu Sport- oder Kulturveranstaltungen zu gehen. Nichts ist mehr selbstverständlich. Haben wir uns an diese Situation gewöhnt, dass wir mehr und mehr virtuell verkehren und in unserer individuellen Bewegung beschränkt sind?

Was ist normal? Die Definition ist, was der Norm entspricht. Die Norm aber ist eine Vorschrift die jederzeit geändert werden kann, also kann aus dem Unnormalen plötzlich die Norm werden und umgekehrt. Wer uns derzeit völlig in der Hand hat sind die Politiker und diese wiederum beeinflusst von Gesundheitsexperten und Statistiken.

Es werden uns täglich über die Medien Zahlen von Infizierten, Internierten und Verstorbenen vorgesetzt. Das sollen angeblich alles Convit 19 Kranke sein. Da wir keine anderen Beweismittel haben, müssen wir es glauben. Glauben heisst aber nichtwissen, also bleiben wir unwissend und gezwungen trotzdem die neue Norm zu beachten. Tun wir dies aber wirklich?

Nach einem Jahr ist bei vielen die Angst und der Schrecken gewichen, solange es sie selbst oder ihren engsten Familien und Bekanntenkreis nicht getroffen hat. Vor einem Jahr waren wir geschockt wenn von eintausend Toten in 24 Stunden berichtet wurde, heute sind es bald vier mal soviel und wir sind nicht mehr schockiert. Wir haben uns daran gewöhnt. Das ist ein Teil der neuen Normalität. Wir gehen zwar auf die Strasse oder in die wenigen offenen Geschäfte nur mit Gesichtsmasken, gegelten Händen und mit Sicherheitsabstand.

Aber auch diese Sicherheitsmassnahmen haben nachgelassen. Vor 6 Monaten traf ich bei meinem Morgenspaziergang in einer Stunde ca. 20 Personen, die Hälfte trug eine Maske, heute früh zählte ich schon 40 Personen und 30 trugen keine Maske, obwohl nach der Relativitätsrechnung die Infektionswahrscheinlichkeit grösser wurde. Auch die offiziellen Statistiken zeigen dies. Vor einem Jahr wurde der Aufruf zu Hause zu bleiben von 50 oder mehr Prozent befolgt, heute sind es weniger als 40 Prozent. Man hat sich an die Situation gewöhnt und lebt mit ihr, richtet sich ein und hofft dass man nicht infiziert wird.

Die neue Normalität ist also: Mit dem Virus  leben und hoffen, dass wir geimpft werden bevor er uns erwischt.