Der Impfstoff, das Gold der Pandemie! - von Eckhard Ernst Kupfer*

Letzte Woche fragte ich noch: “Wo bleibt der Impfstoff?” Doch mittlerweile tauchte er auf, nur in viel zu geringen Mengen, damit wird er immer kostbarer, sozusagen das Gold der Pandemie.

Wir befinden uns nun bereits ein Jahr im Zeitalter der neuen Pandemie Convid-19. Ein Jahr ist ein kurzer Zeitraum, aber nicht in unserer schnelllebigen Zeit, in der vieles im Bruchteil von Sekunden erledigt werden kann. Nachdem wir also geduldig zu Hause blieben, unsere Gewohnheiten geändert und uns auf Distanz gehalten haben, auch zu Familienmitgliedern und Freunden, erhielten wir vor wenigen Monaten die Hoffnungsbotschaft, Impfstoffe würden entwickelt werden, die uns gegen dieses grausame Virus immun machen würden und wir wieder zu einem normalen Leben zurückkehren könnten. Auch Daten wurden genannt und so begannen wir ein neues Jahr mit der grossen Erwartung, dass es besser werden würde.

Jedoch der erste Monat ist um und die Hoffnung ist schon merklich geschrumpft. Obwohl schon eine ganze Reihe von Ländern mit der Impfung begonnen haben, fehlt der Nachschub an allen Ecken und Enden, nicht nur in Brasilien. Selbst Produktionsländer wie China haben Schwierigkeiten ihr Riesenvolk zu impfen. Es gibt einige wenige Ausnahmen, wie Israel und die Arabischen Emirate, sie haben jeden Preis bezahlt und impfen schon einen ordentlichen Teil der Bevölkerung, aber bevölkerungsmässig sind das kleine Länder. Grossbritanien hat sich zu Nutze gemacht, dass es einen führenden Hersteller im Land hat und nicht mehr der EU angehört und schlachtet diesen Vorteil kräftig aus.

Aber selbst die Europäische Union sieht sich von den Lieferanten an der Nase herumgeführt, hat viel bestellt und wird schlecht beliefert, von Brasilien garnicht zu reden. Nachdem die Zentralregierung die Pandemie lange garnicht wahrnahm wurde auch sehr spät bestellt und so befindet sich das Land nun in der Warteschlange. Da es aber ein Land von sehr kreativen Menschen ist, haben sich einige führende Unternehmen und ihre Topmanager gemeldet und versuchen nun auf dem Parallelweg, über ihre wirtschaftlichen Beziehungen, zu dem Impfstoff zu kommen. Natürlich zunächst zum Wohle ihrer Unternehmen und Mitarbeiter. Dafür wären sie auch bereit jeden Preis zu bezahlen.

Man sieht der Wert des Impfstoffs steigt, obwohl er an keiner Börse gehandelt wird. Die Minen sind die diversen Pharmaunternehmen. Da sie aber Wirtschaftsunternehmen sind und ihren Aktionären verantwortlich, werden sie kein interessantes Kaufangebot ablehnen. Somit wird der Wert des Impfstoffs weiter steigen, zum Nachteil der weniger entwickelten Länder und Menschen, die dann eben warten müssen bis der Stoff am Ende der Schlange ankommt, sofern sie bis dahin überleben.