Der Kolonist und der Teufel – von Lissi Bender*

Doch Einmal hatte der Kolonist einen Teufel geärgert. Das kam so: Der Kolonist hat seine Rossa gepflügt und will nach Hause fahren. Da sieht er mitten auf  sein Stück Land ein Feuer. Er geht dahin und sieht, oben auf dem Feuer sitzt der Teufel. Der Kolonist hat keine Angst. Er fragt den Teufel: „Du sitzt wohl auf einem Schatz/ tesouro?“ – „Ja“, antwortet der Teufel, „auf einem großen Schatz! So viel Gold und Silber, wie du noch nie gesehen hast!“ 

Da sagt der Kolonist:„Der Schatz liegt auf meinem Land, er gehört also mir!“. „Er soll dir gehören“, sagt der Teufel. „Ich habe Gold und Silber genug. Ich will die Ernte von deiner Rossa haben. Du musst mir zwei Jahre lang die Hälfte deiner Ernte geben!“ Der kluge Kolonist denkt ein wenig nach und sagt: „Das machen wir“. „Aber wir wollen uns bei der Teilung nicht streiten.

Darum mache ich einen Vorschlag: Dir soll gehören was über der Erde wächst, ich bekomme das, was in der Erde wächst!“ Der Teufel ist damit einverstanden. Was macht der Kolonist: er sät Rüben/beterraba de forragem. Zur Erntezeit kommt der Teufel. Er will seine Ernte holen. Was bekommt er? Nur die Blätter! Und der Kolonist gräbt froh seine Rüben aus. „Diesmal hast du mich betrogen“, sagt der Teufel, „drum wollen wir es im nächsten Jahr anders machen.

Du bekommst, was über der Erde ist und ich, was in der Erde ist.“ – „Das können wir auch machen“, sagt der Kolonist. Was macht der Kolonist: er sät diesmal Weizen/ trigo. Zur Erntezeit schneidet der Kolonist die vollen Weizen Halme bis zur Erde ab. Da kommt der Teufel. Was bekommt er diesmal? Nur die Wurzeln.

Da wird der Teufel so richtig bös’ und verschwindet in einer Felsspalte. Der Kolonist lacht über den dummen Teufel. Dann geht er froh an die Arbeit und gräbt seinen Schatz aus. Mit diesem deutschen Märchen verabschiede ich mich und grüsse Euch, ganz besonders alle Kolonisten in unserem Lande.

Lissi Bender é doutora em Ciências Sociais (área de concentração: Antropologia Cultural) pela Universidade Eberhard Karls de Tübingen – Alemanha; é escritora, vice-presidente da Academia de Letras de Santa Cruz do Sul, tradutora; professora do ensino superior aposentada. Enquanto pesquisadora, dedica-se à língua e cultura de origem alemã. Desde 2003 é comentarista do programa AHAI –  bl. 02 – A Hora Alemã Intercomunitária / Die Deutsche Stunde der Gemeinden. 

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