Erinnerungen an Canudos – Eckhard Ernst Kupfer*

Da ist gut sein

in einem Land das seine Grenzen nicht kennt

und sein Volk verachtet

wo Mythen auf trockenen Bäumen blühen

in Regionen da sonst nichts wächst

selbst Tiere lösen sich auf

in der Hitze der tötenden Strahlen

die grell und kurz

die Erde verbrennen

 

Man nannte ihn Favela

den grünen Strauch

der seine Haken und Zähne

tief in die trockene Haut

des Wanderers ätzt

 

Pilger suchten die Erlösung

die Antonio ihnen versprach

in traurigen Zeiten

führte er sie in eine Welt der Illusion

Jahre de Isolation

der Konflikt endete in einem Massaker

Staat und Realität

kannten kein Erbarmen

Köpfe rollten

in den staubigen Sand

und das Blut der Besiegten

singt weiter krächzende Balladen

in die Furchen der ausgetrockneten Flüsse

die es wie imaginären Schlamm weitertragen

in die Orte der Erinnerung

und in die Herzen der Nachkommen

denen keine Hoffnung wächst

auf ein gerechtes Land.

 

 

Deshalb ist gut sein

in den Städten der Macht

die Gerechtigkeit einpflanzt

in die Gesetze des Landes

zum Wohle ihrer Kasten

Nachkommen und Vasallen.

 

Oben an den Hügeln

wohnen sie mit der Erinnerung

an die Gewalt und die Willkür

der jungen Republik

jener Jahre

 

Generationen vergessen nicht

vererben den Hass

und die Rache

mit der blutenden Faust

Geköpfte brüllen bei Nacht

ihre klagenden Lieder

der Erinnerung

hinab in die Villen und Mansarden

der Herrscher

damit sie nicht ruhig schlafen

Tage der Gewalt sind Festtage

und Suche nach Gerechtigkeit

für ein verachtetes Volk

in einem Land ohne Grenzen

damit sollte es gut sein.

 

Eek

11/12.3.2018

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