Wie ergeht es den Flüchtlingen in Deutschland? – von Anja Dullius*

Es ist unglaublich, wie lang eine Minute ist, wenn man Todesangst hat. Die Stille danach war gespenstisch. Dann schrien Menschen und hörten nicht mehr auf. Als ich am nächsten Tag durch die Strassen lief, fühlte ich mich wie ferngesteuert.

Ich lebe jetzt seit acht Monaten in Deutschland. Hier in Frankfurt fühle ich mich jetzt sicher, auch wenn ich weiss, dass es Rechtsradikale gibt, die Brandsätze in Unterkünfte werfen. Aber das ist kein Vergleich zu Aleppo.

Die Angst ist ein Teil von mir geblieben. Musik hat mir geholfen, mich zu entspannen. Mozart höre ich gerade viel. Und Celine Dion. Mit ihren Liedern verbinde ich meine Jugend. Sie wurde oft auf Feiern gespielt, als ich zur Schule ging. Damals herrschte Frieden, ich hatte viele Freunde, meine Familie war wohlhaben, ich freute mich darauf zu studieren. Ein anderes Leben auf einem anderen Planeten.

Mein Leben hat sich völlig verändert. Doch das Wichtigste: Ich lebe. Ich will nächstes Jahr in Deutschland mein Studium fortsetzen. Es wird weitergehen. Es werden andere Zeiten kommen.

Liebe Freunde des AHAI, lassen Sie seine Worte auf sich wirken. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass wir alle zusammen auf einem Planeten leben. 

*Anja Dullius ist Biochemikerin aus dem Bodensee-Gebiet im Süden Deutschlands. Sie wohnt mit ihrem Ehemann Carlos in Estrela, RS,  in einer ausgeprägten deutschstämmigen Gemeinde und Region, wo sie ihren Beruf  bei dem Biogas Unternehmen Launer Química Ltda. bei Estrela als Wissenschaftlerin für ein Biogasprojekt des CNPq ausübt.

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