Vertreten von Kriminellen? – von Eckhard E. Kupfer

Eckhard E. Kupfer

 

Radiosendung AHAI 1009 – Kommentar Nr.  222

 

Die Tageszeitung  “ Estado de São Paulo “ berichtet in Ihrer gestrigen  Ausgabe, dass es gegen Kongressabgeordnete 300 Prozesse und 534 polizeiliche Untersuchungen gibt. Man kann davon ausgehen, dass diese angesehene Zeitung zuverlässig recherchiert hat. Dies bedeutet, dass praktisch gegen jeden Abgeordneten ein Strafverfahren im Gange ist. Da muss man sich wirklich fragen, wird das brasilianische Volk von Kriminellen vertreten? Gut, nicht jeder Abgeordnete hat etwas auf dem Kerbholz, aber bestimmt nahezu jeder Zweite. Dabei fallen bekannte Namen wie der Ex-Präsident des Senats JaderBarbalho, der derzeitige Präsident Renan Calheiros, oder die Senatsvizepräsidenten Jorge Vianna und RomeroJucá. Allein 29 von 81 Senatoren werden von der Justiz untersucht.

Nach der klassischen Demokratielehre, sind Abgeordnete Vertreter des Volkes mit dem Recht und der Pflicht Gesetze zu erlassen, die dem allgemeinen Wohl des Landes dienen. Aber nach den genannten Zahlen muss man diese Regel rasch außer Kraft setzen, denn bei so vielen Straftaten kann man leicht erkennen, dass das wichtigste Bestreben der gewählten Vertreter ist, für sich selbst in die Taschen zu schaffen. Gelder werden veruntreut, überhöhte Abrechnungen akzeptiert oder gar ausgestellt, Fantasma-Mitarbeiter eingestellt und Posten an Freunde und Verwandte vergeben. Kurz, wer Abgeordneter wird, tut das um seinen Wohlstand zu verbessern, das Volk, das ihn wählt ist ihm dabei egal. Noch schlimmer ist jedoch, dass diese Kriminellen wieder gewählt werden und genügend Stimmen bekommen um wieder ins Parlament einzuziehen. Es scheint, dass Brasilien eines der wenigen Länder istin dem Korruption ein Ehrendelikt ist, nach dem Motto „ roubamaisfaz.

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