Alle Jahre wieder… – von Ekhard E. Kupfer*

Das ist in diesem tropischen Land schon immer so gewesen. Doch die Bewohner schreckte dies nicht ab, denn der Regen verging schnell und war bald wieder vergessen. So bauten sie ihre Hütten an Abhänge und Hügel und zementierten die Städte zu, damit das Wasser nicht mehr abfließen kann. Es kam zu Erdrutsch und Überschwemmungen, die Menschen verloren ihr Hab und Gut, manche auch ihr Leben.

Man hätte gewarnt sein müssen, jedes Jahr gibt es hunderte von Toten, in Rio de Janeiro, in Minas Gerais, in Sao Paulo aber auch in Santa Catarina. Nach der Tragödie sind die Medien voll des Lamentos, die Politiker im Fernsehen versprechen Besserung, Maßnahmen die solche Unglücke verhindern sollen. Doch dann kommt der Winter und die Trockenheit und alles ist wieder vergessen, 2010 die Toten von Niteroi, 2012 die von Nova Friburgo und Petropolis.

Nun hat es die alte Kaiserstadt wieder erwischt und man erfährt, dass in der Zwischenzeit wenig verändert wurde. Die Hütten blieben an der Hügeln, die Abwasserwege wurden nicht verbessert, es blieb alles beim Alten. Die Zentralregierung hat Geld zur Verfügung gestellt, viel Geld um an anderer Stelle neu zu bauen, die Behausungen sicherer zu machen, aber nicht einmal 40 Prozent der Gelder wurden abgerufen. Das ist Unfähigkeit, Faulheit, Trägheit und Missauchtung der Toten, denn man lebt weiterhin bewusst mit dem Risiko, dass noch mehr Menschen sterben. Es ist und bleibt traurig.

*Ekhard E. Kupfer ist der Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Kommentator der Radiosendung AHAI und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br .

 

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