IFPLA-Studenten: Wiedersehen in Berlin – von Generalkonsul Dr. Axel Gutmann*

Die IFPLA-Reisegruppe vor dem Brandenburger-Tor mit Herrn Fülbier und Herrn Gutmann (von l. nach r.)

Korrespondenz aus Berlin:

Lieber Herr Rockenbach

vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Anfrage (über Deutschland-Reise einer Gruppe von angehenden IFPLA-Deutschlehrern aus Südbrasilien. IFPLA = Instituto de Formação de Professores de Língua Alemã  – Anm. der Redaktion)! Wie Sie vielleicht wissen, habe ich im 8. Jahr meiner Tätigkeit für die Berlinwoche (26. Januar – 2. Februar 2013) der IFPLA-Studenten das Programm zusammen mit Herrn (Henning) Fülbier (von 2002 bis 2011 Fachberater für Deutsch in Rio Grande do Sul und Santa Catarina – Anm.  der Redaktion) organisiert und durchgeführt. Die 10 Teilnehmer sind am 2.2. nach Bremen und am 9.2. nach Wetzlar weitergereist, die letzte gemeinsame Station wird Rheinböllen sein (Sie haben ja schon die Einladung zum brasilianischen Abend veröffentlicht); danach gibt es noch ein paar freie Tage bis zur Rückkehr nach São Leopoldo bzw Ivoti.

Herr Fülbier ist zZ in Brasilien und kann Ihnen aus erster Hand berichten, wie harmonisch und Interessant die Tage hier in Berlin abgelaufen sind.

Als ich 2005 auf einer meiner Nostalgiereisen nach RS auch beim IFPLA vorbeischaute, erfuhr ich, dass die Deutschlandreisen der Abschluss-Lehrgänge wegen Geldmangel bedroht waren. Ich bot daraufhin an, eine Woche in Berlin zum "Null-Tarif" zu organisieren. Ende Januar 2006 kam die erste Gruppe: Ich brachte die Studenten bei Mitgliedesfamilien der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft unter und hatte hier ein Arbeitsprogramm vorbereitet, von dem ich meinte, dass es die angehenden Deutschlehrer interessieren müsste.

Seitdem besuchen wir jedes Jahr verschiedene Berliner Schulen: die deutsch-portugiesische Europa-Grundschule (wo inzwischen eine IFPLA-Absolventin als Lehrerin tätig ist), ein staatliches Gymnasium und eine Gesamtschule mit besonderen Integrationklassen für Zuwanderer-Kinder ohne Deutsch-Kenntnisse aus aller Welt, die in einem halben bis einem Jahr auf den Besuch einer deutschen Regelschule vorbereitet werden. Überall werden die angehenden Deutschlehrer aus Brasilien mit offenen Armen empfangen und wegen ihrer guten Sprachkenntnisse bewundert. Darüberhinaus diskutieren die Studenten mit Politikern, z.B. Mitgliedern der Deutsch-Brasilianischen Parlamentarier-Gruppe im Deutschen Bundestag und treffen Journalisten, wie Frau Dr. Staussberg, die Lateinamerika-Korrespondentin der Zeitung Die Welt. Im Goethe-Institut erfuhren wir diesmal, dass die Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache weltweit zunimmt. Das motiviert auch brasilianische Deutschlehrer.

Bei einem thematischen Stadtrundgang erlebten die Studenten, was die Berliner Mauer war, wo sie verlief und was sie für die Menschen in beiden Teilen der Stadt bedeutete. Eine Führung über die Museumsinsel endete mit dem Besuch des weltberühmten Pergamon-Museums. das hatte im Mittelpunkt des Stücks "Beschützer der Diebe" gestanden, das wir im Jugend-Theater an der Parkaue gesehen hatten.
Auch ein Jazz-Konzert stand auf dem Programm, Besichtigung der historischen Stätten in Berlin und ein Tagesausflug nach Potsdam. Die bescheidene Pracht des Schlosses Sans Soucis, das mit Kartoffeln geschmückte Grab König Friedrichs des Großen beeindruckten die Studenten sehr. Leider sind die zahlreichen Marmor-Statuen in dem riesigen Schlosspark im Winter in kleinen Holzhütten versteckt und es gehört viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie schön der Park in den wärmeren Jahreszeiten ist. Die Führer durch Museen und die Stadt Potsdam luden die Gäste ein, doch mal im Frühling oder Sommer wiederzukommen.

Ich freue mich schon auf die nächste Gruppe, die allerdings auch wieder frieren muss…

*Dr. Axel Gutmann war Generalkonsul in Porto Alegre für Rio Grande do Sul und Santa Catarina in Südbrasilien von 1992 bis 1997 und pflegt ständige Kontakte mit zahlreichen brasilianischen Freunden und Einrichtungen in Deutschland und Brasilien.                                                                          .
 

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