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23/07/2019

Über die Dummheit - von Ekhard Ernst Kupfer*

Schon im Altertum wurde die Menschheit in kluge und dumme Menschen eingeteilt.

Die Klugen bestimmten die Regeln, die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben, die Dummen waren gewissermaßen ihre Sklaven, die die unangenehmen Arbeiten ausführen mussten.

Das ging bis zum 18. und 19. Jahrhundert weiter. Als die Hochschulen entstanden sandten die Klugen ihre Kinder dorthin wo sie Bildung und Benehmen lernten und damit im Leben weiterkamen als die Ungebildeten. Diese wurden dann als die Dummen bezeichnet, weil Dummheit mit Nichtwissen und mit dem nicht benutzen des Verstandes gleichgesetzt wurde. Es entstand das Zeitalter des Humanismus, der zwar gerechter sein sollte als die alten Naturgesetze, aber verhinderte trotzdem keine Kriege und Machtsspiele, er verfeinerte sie nur.

Wenn wir heute von jemandem sagen, er ist ein dummer Mensch, dann wollen wir damit ausdrücken, dass sein logisches Denkvermögen beschränkt ist, dass er sich keine Regeln merken kann, dass er animalisch sein Leben lebt und deshalb von der Mehrheit der Gesellschaft entweder verachtet oder ausgenutzt wird.

Die Regel in unserer komplizierten Gesellschaft heißt: Wissen ist Macht. Mit dem angeeigneten Wissen kann man mehr erreichen, sei es wirtschaftlich, wissenschaftlich oder auch sozial. Konsequenterweise sollten dann auch die Wissenden und Klugen die Anführer der Gesellschaft sein, aber damit tat man sich schon in der Vergangenheit schwer. Wieviele Mächtige und Staatsführer gab es, wieviele Kaiser und Könige, die man nicht unbedingt als klug bezeichnen konnte, und trotzdem hatten sie Macht. Aber das war dann das Spiel der Gesellschaft, sie suchte einen Anführer aus, denn sie vorzeigen konnte, und dahinter standen die Klugen die die Strippen zogen.

Wenn wir uns der jüngeren Geschichte zuwenden, dann konnten wir eigentlich davon ausgehen, dass in vielen Ländern und Teilen der Erde die Klugen und Wissenden sich als Führer der Nationen aufstellen ließen und dies auch zum Wohle ihrer Nation ausführten.

In jüngster Zeit scheint es aber eine Abkehr vom Wissen zu geben. Die Wissenden halten sich von den Schalthebeln der Macht fern und überlassen diese immer mehr den Populisten, die gar keinen Hehl von ihrem beschränkten Wissen machen, sondern dies als ihre persönliche Note oder Marke ausspielen. Dann werden Fakten verdreht, einseitige Ansichten ohne Hemmungen hinausposaunt und Tatsachen nach Gutdünken manipuliert, in Frage gestellt und verfälscht.

Gefährlich wird diese Art von Manipulation und das Spiel mit der Dummheit, wenn es ein Zeichen der großen Politik und Staatsführungen wird. In dieser Zeit aber leben wir. Große Nationen haben sich unkonventionelle Führer gewählt, weil sie von den bisherigen sehr enttäuscht wurden. Aber es kam noch schlimmer, die neuen Führer geben sich nicht einmal die Mühe auch nur ein bischen klug zu wirken, sie tragen die Dummheit wie ein Markenzeichen, spielen sie voll aus und sind auch noch stolz darauf. Nach dem Motto: Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts.


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
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