Colunistas

05/03/2013

'Russen Juden Deutsche' - Ausstellungseröffnung in Budapest

Rede von Staatsministerin Cornelia Pieper zur Eröffnung der Ausstellung "Russen Juden Deutsche" in Budapest - 05.03.2013

-- es gilt das gesprochene Wort --

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Németh,
sehr verehrte Frau Ziehe,
sehr geehrte Exzellenzen
verehrte Damen und Herren,

gerne bin ich hier zu Ihnen gekommen, um die Ausstellung „Russen Juden Deutsche“ zu eröffnen, die dankenswerterweise auf Einladung des Außenministeriums von Ungarn und mit Hilfe der Förderung durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht wurde. Damit möchten wir die Aufmerksamkeit auf jüdische Zuwanderer in Deutschland und auf jüdisches Leben in Ungarn lenken.

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin stehen die Menschen, die als jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind. Der Hintergrund ist ein einzigartiger historischer Vorgang.

In den achtziger Jahren zählte die DDR gerade einmal acht kleine jüdische Gemeinden mit knapp 400 Mitgliedern. Der Staat DDR unterstützte die Gemeinden zwar finanziell, sah sich aber in keiner Verantwortung für die Verbrechen des Holocaust, da er sich als antifaschistisch verstand und behauptete, die Täter lebten ausschließlich in Westdeutschland. Dies änderte sich erst allmählich und kurz vor dem Ende der DDR-Diktatur, als die jüdischen DDR-Bürger als Hebel für bessere Beziehungen zu den USA dienen sollten, wegen der Notlage der zusammenbrechenden DDR-Wirtschaft.

Der historische Schritt wurde von der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR vollzogen: Im Juli 1990 genehmigte die Regierung der DDR unter Lothar de Maizière die Aufnahme von jüdischen Bürgern der Sowjetunion. In den letzten Tagen der souveränen DDR kamen rund 2600 sowjetische Juden nach Deutschland.

Das war der Beginn einer massiven Auswanderungswelle aus der Sowjetunion, die ebenfalls aufhörte zu existieren und ihren jüdischen Bürgern diese Freiheit ermöglichte. Sie erhofften sich ein besseres Leben und bessere Bildungschancen für ihre Kinder.

Die Bundesrepublik war klug genug, alle Zuwanderer jüdischer Herkunft aufzunehmen. Seit 1990 sind über 200.000 Juden nach Deutschland eingewandert, etwa die Hälfte fand Aufnahme in den jüdischen Gemeinden.

Die Zuwanderung hat das jüdische Leben in Deutschland komplett verändert und ist ein großes Glück für unser Land. Die jüdischen Gemeinden haben die große Zahl von Neuankömmlingen in bewundernswerter Weise integriert, man kann sagen: Beispielhafte Integration vorgelebt. Einfach war dies nicht – in Augsburg z.B. stieg die Zahl der Gemeindemitglieder von 199 auf 1500, in Wuppertal von 82 auf 2266.

Die meisten Zuwanderer sprachen kein Deutsch, hatten keinen Zugang zu jüdischer Religion und Traditionen und vielfach wurden Diplome nicht anerkannt, so dass der Neuanfang schwierig war.

Wenn wir uns heute über blühendes jüdisches Leben in Deutschland freuen, ist es sehr wesentlich den jüdischen Menschen zu verdanken. Wir sehen sie hier auf den Bildern der Ausstellung. Es gibt in Deutschland wieder jüdische Schulen, akademische Bildungsinstitute, Rabbinerseminare, Krankenhäuser, Synagogen und Gemeindehäuser und vieles mehr. Die heranwachsende junge Generation hat keine Sprachprobleme mehr, sie sind Deutsche und leben mit Selbstverständlichkeit in Deutschland als ihrer Heimat.

Dass dies nach der Shoah möglich war, ist ein Glück für Deutschland, und wir sind dankbar dafür. Es mahnt uns, dieses jüdische Leben zu verteidigen gegen Antisemiten und Rechtsradikale. Deutschland ist ein tolerantes und weltoffenes Land mit einer weltoffenen und pluralistischen Gesellschaft. Wir schützen jüdisches Leben und wünschen uns, dass Juden sich in Deutschland sicher und zuhause fühlen – wo immer sie auch geboren wurden.

Ich danke Ihnen.

Internetangebot des Auswärtigen Amts: www.auswaertiges-amt.de
Folgen Sie uns auf Twitter: @AuswaertigesAmt

 



Comentários

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UKH2aevt 26/01/2014, às 04:09

Chu. You get it.Boats cost a huge lot of money and the Israeli pirates don\'t rrtuen anything even when threatened by a respectable military power like Turkey. Seeing that the Jewish flotilla is not expected to cause a major upset,perhaps not even a ripple in public opinion, it looks like a lot of good aid money flushed down the drain. In fact, that money can pay for the Nazis making it into a major propaganda victory by delivering the innocent goods to the Gazans under the gaze of fawning Fox cameras, after towing them without major media attention.Good behavior is not likely to get the attention of the Great Unwashed of the West. If the goal is to sway the specifically Jewish opinion, we know for sure that the Nazis are not going to misbehave with Birthright kids if they are not positively forced to. This time they would even gladly sacrifice a couple soldiers if they know what is good for Israel .Working to turn specifically Jewish opinion around is also money down the drain, anyway. I am not ta

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GpsZ3Gwx7pm 09/01/2014, às 12:56

In other words, it becomes clear that the sea-based lcuanh attacks were a tactical diversion.The real attack comes from helicopters (how were naval commandos going to board a high-sided ship otherwise?).The helicopters put covering fire on the upper deck, and then rappelled down commandos after the landing field was clean\'. None of the stuff in the fake Israeli video happened.Then they went down, deck to deck, until they took control.Then they passed responsibility to Israeli camp guards\' who handcuffed everybody, and kept them in the hot sun on the upper deck.After that they passed them over to Ashdod and Be\'er Sheva prisons.

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nsED0uBnR 08/01/2014, às 05:40

The Wonderful Life of Oscar Wao is one of my all time favorite \"gateway\" books. Some guy cailms not to like reading and I hand him that one. Works every time.


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