Colunistas

28/07/2016

Lasst die Olympischen Spiele beginnen - von Ekhard Ernst Kupfer*

Das war der Aufruf des Baron de Coubertin als er 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen eröffnete. Das soll auch der Aufruf des amtierenden brasilianischen Präsidenten sein,

wenn er am 5. August die XXXI. Sommerspiele in Rio de Janeiro eröffnen wird.

Allerdings ist man inzwischen vorsichtig geworden von Spielen zu reden, denn gespielt wird angesichts der Wichtigkeit des Sports immer weniger, es geht auch nicht mehr nur um Ehre, sondern viel mehr um Geld, um viel Geld. Ein Olympiasieg kann Millionen bedeuten und ein gesichertes Leben, bis ans Ende. Ein Olympiasieg kann auch Glamour und Einzug in die weltweite High-Society bedeuten. Dafür tun die Athleten eigentlich alles Erlaubte und leider auch immer öfters Unerlaubtes.  Weshalb die Anti-Doping Agentur Wada zu einer immer wichtigeren Institution der Spiele und den Sports im allgemeinen wurde.

Ein Wermutstropfen fällt auf  RIO 2016, ähnlich wie 1980 in Moskau, als die USA und verschiedene europäische Nationen wegen des Einmarsches der UdSSR in Afghanistan nicht teilnahmen. Als Retourkutsche zeigte sich die Sowjetunion beleidigt und boykottierte die nächste Veranstaltung in Los Angeles. Dieses mal hat es bereits im Vorfeld Streitereien um die russische Teilnahme gegeben. Eine russische Läuferin, die selbst schon wegen Doping gesperrt war, gab internas des staatlichen russischen Dopingsystems bekannt, worauf viele internationale Sportverbände die Athleten dieses Landes aussperrten. So wird es in der Leichtathletik, beim Schwimmen, Rudern, Segeln und Modernen Fünfkampf keine Teilnehmer aus dem größten Land der Erde geben. Die russische “whistleblowerin” wurde eigenartigerweise vom Dachverband IOC auch nicht zugelassen, nach dem Motto:” Man akzeptiert zwar den Verrat, aber nicht die Verräterin”.

Doch es lasten noch zwei weitere Unsicherheitsfaktoren auf den Spielen in Rio de Janeiro, der eine ist typisch brasilianisch; Termine einhalten ist nicht die Stärke, weder der Planer, noch der Erbauer, noch der Arbeiter. Seit einigen Tagen zogen einige Delegationen in das olympische Dorf ein und schnell wieder aus, denn es tropfte, Kabel hingen frei im Raum, die Wasserspülung funktionierte nicht. Ein Brasilianer ist dies gewöhnt, wenn er ein neues Apartment bezieht, andere Nationen weniger. Die Nachricht ging schnell um die Erde, “ die Brasilianer können es nicht”. Doch bis zur Eröffnung könnte dies ja behoben sein.

Ein viel schlimmerer Unsicherheitsfaktor ist die Sicherheit selbst. Das hat mit Rio de Janeiro wenig zu tun, obwohl die Kriminalität auch an jeder Ecke lauert, aber die große Angst  geht von dem internationalen Terrorismus aus, der derzeit die halbe Welt heimsucht. Rio de Janeiro wird bewacht werden wie ein Land im Ausnahmezustand. Man kann nur hoffen, dass es den Einsatzkräften gelingt Anschläge zu verhindern, damit Rio nicht mit dem Makel von München 1972 und Atlanta 1996 leben muss.

*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator bei der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br             



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