Colunistas

19/04/2016

Kriminalität in Berlin - von Henning Fülbier*

Es waren paradiesische Zeiten. Vor noch gar nicht langer Zeit war man als Tourist in Berlin völlig sicher. Man konnte bei Tag und Nacht überall hingehen, ohne belästigt, überfallen, beraubt oder verletzt zu werden.

Leider haben sich die Verhältnisse an manchen Orten aber geändert. Vor allem die Zahl der Taschendiebstähle hat sich verdoppelt; auch Drogendelikte, Raub und Körperverletzung haben zugenommen. Man muss daher vorsichtiger und aufmerksamer sein.

Ein ganz neuer "Beruf" ist entstanden: Antänzer. Das sind Trickdiebe, die häufig aus Nordafrika illegal eingewandert sind und keinerlei Perspektive haben, in Deutschland dauerhaft bleiben zu dürfen. Sie gehen auf nichts ahnende Touristen zu, umarmen sie und tanzen um sie herum, während ein Kumpel gleichzeitig Geldbörse und Handy stiehlt. Die wenigsten dieser Antänzer werden erwischt und verurteilt. Wenn ja, dann kommen sie schnell wieder frei. Für Taschendiebstahl werden in Deutschland nämlich keine hohen Strafen verhängt.

Schlimmer noch als solche Delikte sind aber Wohnungseinbrüche, Autodiebstähle und Überfälle, bei denen Millionen erbeutet werden. Die Polizei spricht hier oft von Organisierter Kriminalität. Nicht wenige Taten gehen auf das Konto von arabischstämmigen Großfamilien. Sechs von ihnen sollen angeblich den Berliner Untergrund beherrschen.

Trotzdem wäre es falsch, die hohe Zahl von Flüchtlingen, die hierher gekommen sind, für die gestiegene Kriminalität verantwortlich zu machen. Hier zeigen sich tiefer liegende soziale Konflikte, z.B. die mangelnde Integration von Ausländern durch die Gesellschaft oder das Gefühl von Perspektivlosigkeit, das junge Menschen auf die schiefe Bahn bringt.

Es ist keine Frage, dass die Politik sich intensiver mit dem Thema Kriminalität befassen muss, schon wegen der 12 Mio. Touristen, die jedes Jahr nach Berlin kommen.


*Henning Fülbier, Regisseur, Theaterpädagoge und Autor, war neun Jahre lang Fachberater für Deutsch an südbrasilianischen Schulen von Rio Grande do Sul und Santa Catarina und Dozent für Deutsch als Fremdsprache am IFPLA in Ivoti, RS. Heute, u. a., unser Beobachter und Kommentator in Berlin für die Radiosendung AHAI –  Die Deutsche Stunde der Gemeinden - Bl. 01 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br.
E-Mail: henning@fuelbier.de



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