Colunistas

18/06/2015

Kafkas Welt im 21. Jahrhundert - von Eckhard Ernst Kupfer*

Franz Kafka, der berühmte Romanautor aus Prag beschrieb in seinem unvollendeten Werk „Das Schloss“ , wie der Landvermesser K. in ein Dorf kommt und dort tätig werden soll. Niemand weiß wer die Anweisung zu seiner Arbeit gab,...

...deshalb kann er sie auch nie ausführen.

Sowohl er, als auch die Bewohner haben einen riesigen Respekt vor den Strafen, welche die Beamten und Herrscher des Schlosses aussprechen könnten, doch es wurde nie jemand bestraft. K. versucht nun sich dem Schloss zu nähern, um Klarheit über seine Aufgabe zu erhalten, doch die Türen bleiben verschlossen, sein Einsatz wird nie geklärt.

Wenn wir uns heute mit dem modernen elektronischen Bank-, Kreditkarten-, Telefon- oder Verwaltungssystem auseinandersetzen wollen oder müssen, geht es uns nicht viel anders. Wenige Gruppen kontrollieren sowohl das Finanz-, Verwaltungs- oder Kommunikationssystem eines Landes. Solange wir eine registrierte Nummer sind, unsere Beiträge oder Tribute automatisch abbuchen lassen, leben wir in dieser elektronischen Welt sehr angenehm. Wehe das System erzeugt einen Fehler und wir wollen uns wehren oder etwas korrigieren, dann beginnt ein ähnlich vergeblicher Lauf wie der des Landvermessers K. in Kafkas Roman aus dem Jahr 1922.

Die Kommunikation findet nur noch mit einer elektronischen Antwortmaschine statt, wir haben unter mehreren elektronisch vorgegebenen Fragen eine zur Auswahl, ob diese zu unserem Problem passt, interessiert nicht, wenn wir je versuchen mit einem wirklichen Lebewesen aus Fleisch und Blut zu reden, dauert es lange, die Antworten die wir erhalten sind ebenso stereotyp wie die des Computers. Kurz, unser Anliegen passt nicht  zu dem System. Wir befinden uns auf dem herrlichen Weg des Landvermessers K., der den vergeblichem Versuch unternimmt mit dem Schloss zu kommunizieren, in Richtung Aldous Huxleys „ Schöner neuer Welt“, in der bereits die Föten manipuliert werden und die gesamte Welt wissenschaftlich so ausgerichtet wird, dass der Einzelne nur noch eine einheitliche Meinung hat und wie eine gesteuerte Figur funktioniert. Wir alle werden zu Ameisen.

*Eckhard Ernst Kupfer ist der Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo und Kommentator bei der wöchentlichen Radiosendung AHAI - Die deutsche Stunde der Gemeinden in Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná.



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