Colunistas

26/06/2018

Immigration und ihre Folgen - von Eckhard Ernst Kupfer*

Laut Presseberichten sollen derzeit etwa 60 Millionen Menschen ihr Heimatland wechseln. Wenn diese Zahl genauer betrachtet wird, stellt man fest, dass es erhebliche Unterschiede zwischen diesen Immigranten gibt:

Da gibt es einmal die ökonomischen Immigranten, die ein Land auswählen um sich wirtschaftlich besser zu stellen. Diese Gruppe teilt sich wieder auf in qualifizierte, gutausgebildete Auswanderer, die in den meisten Ländern gern gesehen und hoch willkommen sind. Die andere Gruppe sind Menschen die aufgrund mangelnder Schulausbildung oder mangelnder Möglichkeiten in ihrem Land keine Chance mehr sehen weiterzukommen und in entwickelten Ländern jede Arbeit annehmen. Außerdem und dies dürfte die größte Anzahl sein, gibt es die Flüchtlinge aus Krisengebieten. Obwohl es derzeit keine großen Kriege wie im 20. Jahrhundert gibt, zwingt jedoch die Summe der regionalen und nationalen Auseinandersetzungen viele Menschen zur Flucht. Ziel all dieser Bewegungen sind sichere Länder. Das ist der europäische Kontinent, der nordamerikanische, in geringerem Maße auch Länder Südamerikas und  Australien.

Eine große Immigrationsbewegung ist immer eine Herausforderung für ein Land, sowohl von der Kostenseite als auch von dem Gesichtspunkt der Eingliederung. Wenn diese Herausforderung  ein normales Maß übersteigt, dann kann es leicht zu einem Politikum werden, wie es derzeit in Europa geschieht, wo eine ein halbes Jahrhundert lang geschaffene Einheit wie die Europäische Union vor dem Zerbrechen steht wegen unterschiedlicher Auffassung zur Immigrationspolitik.

Es kann aber auch in eine andere Richtung gehen wie derzeit gegen die USA, oder besser gesagt ihren Präsidenten. Dieses große Einwandererland war schon immer selektiv bei der Akzeptanz von Immigranten. Im 19. und 20. Jahrhundert war dies einfach, sie kamen mit dem Schiff aus Europa und wurden erst einmal auf einer Insel festgehalten, geprüft und untersucht, ehe man sie auf das Festland ließ. Doch heute ist der Weg ein anderer, sie kommen über die lange, trockene Grenze zwischen Mexiko und den südlichen Staaten. Oftmals befinden sie sich schon auf amerikanischen Boden ehe sie festgehalten werden. Dazu kommen immer wieder ganze Familien mit minderjährigen Kindern, häufig Mütter allein mit ihrem Nachwuchs. Da der amerikanische Präsident schon seit Amtsantritt eine Mauer bauen will und dabei auf Schwierigkeiten stößt, sowohl im Kongress als auch bei seinem Nachbarn Mexiko, wendet er derzeit die Strategie “null Tolerenz” an. Dies bedeutet illegale Immigranten werden eingesperrt, da die minderjährigen Kinder darunter nicht leiden dürfen, werden sie getrennt und in Heimen untergebracht.

Derzeit geht ein Aufschrei durch die westliche Welt, besonders durch die einstimmige Presse. Der Bösewicht ist der amerikanische Präsident. Nur eigenartig, dass niemand das verantwortunglose Verhalten der Eltern anprangert, die ihre Kinder bewusst dieser Gefahr aussetzen.

*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
Audio dieses Kommentars – AHAI  bl 05



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