Colunistas

14/12/2018

Erderwärmung, kann diese noch aufgehalten werden? - von Eckhard Ernst Kupfer*

Letzte Woche trafen sich in Kattowitz, in Polen die Vertreter von 200 Ländern um ein Regelwerk für einen Klimavertrag zu beschließen.

Dieser Vertrag soll dann garantieren, dass die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten um weniger als zwei Grad ansteigen dürfe. Dies ist zwar bereits eine bedrohliche Marke, aber laut Experten noch administrierbar. Doch dazu kam nicht. Als die Studie von führenden Wissenschaftlern, die vom UNO-Klimarat  selbst in Auftrag gegeben wurde, vorgelegt wurde, meinte die Mehrheit der Vertreter, dass man in dem Abschlussprotokoll diese Arbeit offiziell begrüßen solle. Doch welch ein Überraschung: Vertreter Saudi-Arabiens, Kuweits der USA und auch Russlands waren damit nicht einverstanden.

Mit dieser Oppositionsmacht wird es aber unmöglich sein irgendeinen Klimavertrag abzuschließen. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat schon seinen Ausritt vom Pariser Klimaabkommen angekündigt, der neue brasilianische Präsident denkt in dieselbe Richtung. Dies bedeutet, der Ausstoß von Treibgasen wird weiter zunehmen, die Temperaturen werden weiter steigen und irgendwann in den nächsten Jahrzehnten werden die Katastrophen in verschiedenen Regionen der Welt zunehmen und zur Regel werden. Die Natur wird sich wehren und wird mit aller Macht zurückschlagen. Dass dies nicht überraschend kommen wird ist seit langem bekannt, schließlich ist der Erdball nicht unbedingt für nahezu acht Milliarden Menschen geschaffen, die dann auch noch mehr und mehr in Wohlstand und Komfort leben wollen und dazu fossile Stoffe ohne Ende verbrauchen und Abfall produzieren, der entweder verbrannt oder im Erdreich wieder kompostiert wird und Rückstände hinterläßt die sich in Jahrhunderten nicht auflösen.

Wenn man versucht diese Entwicklung logisch zu betrachten, dann kommt man zu dem resignierenden Entschluss, dass zukünftige Katastrophen garnicht abwendbar sein werden, sondern zur Selbstregulierung der Natur und unseres Erdballs gehören.

Vergleiche man nur die Zahlen: Im Jahr 1900 bewohnten 1,6 Milliarden Menschen die Erde, heute 118 Jahre später sind es 7,6 Milliarden. Damals hatte jeder Mensch 93.000 Quadratmeter für sich zur Verfügung, heute sind es nur noch 20.000. Wenn man Wüsten, Berge und unbewohnbare Flächen abrechnet, kommt man auf wesentlich weniger. Auf der anderen Seite, um 1900 wurden etwa 9.000 Automobile weltweit produziert, heute sind es 97 Millionen pro Jahr und es bewegen sich mehr als eine Milliarde Fahrzeuge auf den Straßen und Wegen der Welt. Sie alle tragen sehr aktiv zur Erderwärmung bei. Ein Vergleich des Flugverkehrs ist noch schlimmer, derzeit zählt man täglich weltweit etwa 205.000 Flugbewegungen und deren Co2-Ausstoß ist nicht wenig.

An diesen wenigen Beispielen kann man leicht erkennen, dass keine Klimakonferenz, kein Klimavertrag an der fortschreitenden Bedrohung der Welt durch Verschmutzung etwas ändern wird. Die Schreckenssituation wird kommen und erst dann wird der Mensch reagieren.


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.



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