Colunistas

23/07/2015

Die Zeit in der wir leben - Eckhard Ernst Kupfer*

Hans Ulrich Gumbrecht schrieb in einem seiner neueren Bücher über die Latenz in der wir heute leben. Dies ist eine Situation, die sich geradezu Tag täglich bemerkbar macht.

Geprägt sind wir hauptsächlich von der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, einer Zeit die versuchte den großen Frieden zu finden, obwohl der sogenannte „Kalte Krieg“ immerhin etwa vierzig Jahre andauerte. Aber die großen Nationen der Welt waren noch gezeichnet und traumatisiert vom letzten großen Krieg. Die führende Nation dieser Zeit, die USA versuchte zwar mit regionalen Kriegen sowohl ihre Waffenkraft zu beweisen, als auch ihren Einfluss zu erweitern, hatte dabei jedoch kein Glück. Die Gegenkraft, die UdSSR wiederum, war geografisch der größte Gewinner des 2. Weltkriegs. Halb Europa stand unter ihrem Einfluss. Zusammen mit China, das Japan als führende Macht in Asien ablöste, bildeten diese Nationen einen Machtblock vom baltischen Meer bis zum Pazifischen Ozean.

Mit dem Fall der Mauer in Berlin, und dem Zusammenbruch der UdSSR im Jahr 1990, entstand eine kurze Zeit, die uns den großen Weltfrieden vortäuschte. Doch diese Scheinperfektion hielt nicht lange an. Mit dem Angriff auf die Twin-tower in New York im September 2001, entstand eine Situation welche die USA seit Pearl Harbor nicht mehr erlebt hatte. Damit war genügend Grund gegeben um neue Kriege zu initiieren, was sich die amerikanische Regierung auch nicht entgehen ließ. Dass sie damit aber den gesamten Nahen und Mittleren Osten dem Terror ausliefern würde, war ihr entweder nicht bewusst, oder sie nahm es In Kauf.

Mit dem vermeintlich friedlichen Versuch Europa zu einer großen Familie zusammenzuschweißen, überreizte die Europäische Union jedoch ihre Karten. Die Lockrufe Richtung Ukraine weckten in der russischen Führung genau das Gegenteil. Das Ergebnis sehen wir heute.

Dazu kommt aber der größte Wandel unserer Gesellschaft durch die Elektronik und ihre technischen Möglichkeiten. Dies wird zweifellos das 21. Jahrhundert am meisten verändern. Wir stehen erst am Anfang, das Internet und seine Plattformen, Datenträger, Informationsmöglichkeiten und Überwachungen werden die Welt so stark und so schnell verändern, dass Personen die im 20.  Jahrhundert geboren und ausgebildet wurden, alle Mühe haben werden diesem Trend zu folgen. Wer aber im 21. Jahrhundert geboren wurde, der wird in Zukunft mit dem Begriff des „ Rechts auf Privatsphäre und persönliche Freiheit“ nichts mehr anfangen können, denn er wird so vernetzt werden, dass er völlig durchsichtig, überwacht und manipuliert wird. Wie das dann am Ende dieses Jahrhunderts aussehen wird, darüber spekulieren bereits Futurologen.

 Eckhard Ernst Kupfer* ist der Direktor der Martius-Staden-Instituts in São Paulo





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