Colunistas

11/05/2017

Die Wahrheit und die Justiz - von Eckhard Ernst Kupfer*

Mit der Wahrheit ist es so eine Sache, es gibt nämlich nicht nur eine. Oder wie unser kluger Lehrer früher sagte: es gibt die welche du hören willst, die welche ich hören will und eine dritte, die dein Vater hören will. Also gibt es zumindest drei.

Doch je mehr Personen in einen Vorgang eingeschlossen sind, desto mehr Wahrheiten können auftauchen.

Wenn nun jemand vor Gericht auftritt und eine Aussage machen muss, wird er noch besonders darauf hingewiesen, die Wahrheit zu sagen und nichts als die Wahrheit. Keine langen Erklärungen und keine illustrativen Beschreibungen, sondern nur die Wahrheit, oder was er dafür hält. Da haben wir es wieder, die Wahrheit kann subjektiv sein.

Wenn nun dieser Tage der ehemalige Präsident Lula, in Curitiba vor dem Richter Moro sich gegen die Beschuldigung der unrechtmäßigen Bereicherung verteidigen soll, dann stehen sich mehrere Aussagen gegenüber, von denen jede eine subjetive Wahrheit darstellen kann.

Es bleibt dann dem Richter überlassen, die Darlegungen zu prüfen und herauszufinden welche Wahrheit, die für das Gericht relevante sein könnte, denn auch die Justiz kann eigentlich nur mit einer Wahrheit arbeiten, gibt es mehrere, hat sie herauszufinden was die real wirkliche ist.

Im konkreten Fall haben wir nun gegensätzliche Aussagen. Auf der einen Seite die der Bestechung beschuldigten Vertreter der Baufirmen, die versprochen haben alles was sie wissen auszusagen, um ihr Strafmaß zu vermindern, und auf der anderen Seite der beschuldigte Ex-Präsident, der glaubhaft nachweisen muss, dass die strittige Wohnung ihm weder gehört, noch dass er sie benutzt, ebenso wie das Sitio in Atibaia.

Richter Moro, muss danach die rechtliche Wahrheit finden und entscheiden wer die Unwahrheit ausgesagt hat und wer nicht.

Solange keine handfesten Beweise und vor allem Dokumente vorliegen, wird auch die sogenannte rechtliche Wahrheit auf wackeligen Beinen stehen. Dann kann es heißen: in dubio pro reo ( Im Zweifel für den Angeklagten).


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br



Comentários

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