Colunistas

17/05/2017

Die “starken” Männer - von Eckhard Ernst Kupfer*

Was haben Recep Tayyip Erdogan, Donald Trump und Vladimir Putin gemeinsam? Sie sind sehr machtbewusst, von sich selbst überzeugt und nehmen es mit der Demokratie nicht so genau.

Letztlich wird sogar festgestellt, dass sie trotz teilweise sehr gegensätzlicher Interessen, eine gewisse Sympathie für einander haben. Nun, diese politischen Machtfiguren hat es immer gegeben, aber sie standen nie so im Zentrum der Weltpolitik wie gegenwärtig.

Nach dem Fall der Mauer und dem Zerfall der Sowjetunion standen alle Zeichen auf Frieden und Öffnung. Globalisierung war das Wort eines ganzen Jahrzehnts und wer dies bezweifelte oder kritisierte wurde rasch als Gestriger und Rückständiger gebrandmarkt. Modelle wie die Europäische Union, die Nafta und der ASEAN-Pakt wiesen in eine offene und freie Zukunft. Die große Hoffnung war, dass auch das sich stark entwickelnde China eines Tages in diese Richtung gehen würde.

Aber es scheint, dass dieser Zug abgefahren ist. Seit der wieder einsetzenden Völkerwanderung nach Europa erkennt man mehr und mehr Bewegungen die sich für mehr Nationalstaat und mehr Abschottung aussprechen. Parteien und politische Bewegungen die dies propagieren haben einen starken Zulauf. Vorgänge wie die Krimbesetzung durch Russland, der Brexit in Europa und die Machtkonzentration in der Türkei gehen alle in die gleiche Richtung, weg von der offenen Welt, Nationaliserung, mehr staatliche Kontrolle und sich abschotten. Selbst im größten und weit offenen Land, der USA, gelang es einem populistischen Nationalisten ins Weiße Haus zu gelangen, wo er nun schon einige Monate sein Unwesen treibt und der großen Nation USA zeigt wie weit sie gekommen ist.

Eine offene Welt und Demokratie haben derzeit keinen hohen Rang in der Meinung vieler Menschen, weshalb sie sich statt Demokratie plötzlich wieder vermeintlich starke Typen als ihre Führer wünschen. Wohin wird dies wohl führen?


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br



Comentários

deslogado
alex 18/05/2017, às 08:20

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