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Colunistas

08/08/2019

Die Sache mit der Wahrheit - von Eckhard Ernst Kupfer*

Wahrheit ist das Gegenteil von Lüge, doch ist Wahrheit ein exakter Begriff? Besonders auf der politischen Ebene?

Mein Vater sagte immer, es gibt mehrere Wahrheiten, eine die ich sage, eine die Du hören willst und eine die die Gesellschaft als solche ansieht.

Wenn wir dem folgen, dann gibt es mehrere Wahrheiten, aber keine exakte und absolute. Selbst Berichte über die Geschichte, können von den mitteilenden Kanälen verfärbt sein, ja selbst objektive Zahlen können nachträglich manipuliert und korrigiert werden. Wo Menschen im Spiel sind, scheint die Wahrheit sehr subjektiv zu sein.

Von Politikern, besonders von Staatsführern erwarten wir aber, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit verbreiten und uns, das Volk nicht anlügen. Danach werden sie im allgemeinen beurteilt, dafür sorgt schon die Presse, zumindest in demokratischen Ländern, oder im Extremfall die Gerichte. Doch wir leben in einer Zeit der den Begriff “fake news” zu einem Standardbegriff werden ließ. Dies ist zweifellos ein Ergebnis der leichten Verbreitung von Nachrichten im Internet.

Dort gab es lange Zeit keine Kontrolle, es konnte alles mitgeteilt werden und niemand überprüfte dies, da das Internet keinem Gesetz unterstand. Mittlerweile gibt es gewisse Regeln und Verhaltensnormen, aber immernoch keine klaren Gesetze. Deshalb wir weiterhin sehr viel Unwahres, Halbwahres und Verfälschtes verbreitet. Wer diese Mitteilungen nicht kritisch hinterfragt und prüft, läuft Gefahr einseitig oder gar falsch informiert zu werden.

Da das Internet und seine kommunikativen Techniken heute mehr und mehr die traditionellen Mitteilungswege ablösen, werden diese neuen Formen besonders gerne von Personen und Institutionen benutzt die ein Bedürfnis haben sich mitzuteilen. Außer der kommerziellen Werbung sind es die Politiker. Einer der ersten der diesen Weg erkannte war der amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der sich des Twitters bedient, einer Einrichtung von Kurzmiteilungen die von jedem gelesen und kommentiert werden können, eigentlich ein sehr demokratischer Weg. Doch der heutige Präsident benutzt diesen Kanal auch bewusst um die klassischen politischen Wege zu umgehen, wie Kongress, Pressekonferenzen und Interviews. Er setzt eine Behauptung oder eine persönliche Meinung  in seinen Twitter und verbreitet diese als die Wahrheit der amerikanischen Regierung.

Nachdem der brasilianische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro, mit dieser Mitteilungstechnik im Wahlkampf großen Erfolg hatte, benutzt er sie noch häufiger als sein amerikanischen Vorbild. Dabei bildet er aber eine völlig neue Wahrheit, die oft mit der Realität nichts mehr zu tun hat, sondern von ihm subjektiv geformt wurde. Fakten werden beiseite geschoben, in Frage gestellt und als subversiv hingestellt, weil sie eben nicht in das Weltbild des Präsidenten passen. So entstehen neue Wahrheiten, die bei häufiger Wiederholung vielleicht sogar als solche anerkannt werden. Darin liegt die Gefahr, denn solange eine “fake news” als solche erkannt wird, ist sie noch nicht gefährlich, wenn sie aber allmählich zur Wahrheit wird, dann wird es kritisch, weil es dann schwierig wird zwischen Lüge und Wahrheit zu unterscheiden.



*Eckhard Ernst Kupfer é o diretor do Instituto Martius-Staden de São Paulo, editor dos Anuários do Instituto, co-autor do livro Cinco Séculos de Relações Brasileiras e Alemãs, comentarista do programa radiofônico AHAIA Hora Alemã Intercomunitária/Die Deutsche Stunde der Gemeinden > bl 05 e colunista de www.brasilalemanha.com.br. E-mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
Áudio deste comentário – 1304 AHAI  bl 05



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