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18/10/2018

Die chinesische Art die Welt zu erobern - von Ekhard Ernst Kupfer*

Das 21. Jahrhundert wird wohl früher oder später von Peking aus gesteuert.

Es ist eine alte Geschichte, dass es immer wieder Nationen gab, denen ihre eigenen Grenzen zu eng wurden, die dann, sei es wegen ihres militärisch/kämpferischen Potentials oder aber wegen ihrer intellektuellen oder auch wirtschaftlichen Überlegenheit, versuchten zu expandieren und damit die Welt zu beherrschen.

In der neueren Geschichte waren es erst die Portugiesen und die Spanier die sich die Welt aufteilten, dann breiteten sich die Holländer und die Franzosen aus und schließlich im 19. Jahrhundert war es das englische Königsreich, das große Teile der Welt entweder als direkte Kolonien oder aber zumindest als Einflussregionen beherrschte. Im 20. Jahrhundert, und besonders nach den Weltkriegen, übernahm dann Onkel Sam, den Taktstock nachdem die Welt tanzen sollte. Das ging zwar nicht so einfach, denn der kommunistisch beinflusste Block wehrte sich nach Kräften so lange es noch irgendwie ging, aber seit 1990 war auch dies überwunden, die USA war der Weltpolizist und Aufseher.

Die nächste Herausforderung war es das chinesische Reich zu erobern. Dies sollte natürlich wirtschaftlich geschehen. Zu diesem Zweck einigte man sich  know how zu transferieren, was aber von chinesischer Seite etwas anders verstanden wurde. Die Produktionsfirmen mussten unter chinesischer Kontrolle bleiben, also wurden Kooperationsfirmen eröffnet.

Die gewonnenen Staatsreserven aus dem wirtschaftlichen Wachstum und dem florierenden Export wurden dann in Staatsanleihen anderer Länder angelegt, bevorzugt in Papieren der USA. Heute liegen in chinesischen Tresoren mehr als eine Milliarde US-Papiere. Dies allerdings macht beide Länder  auch stark von einander abhängig. Die USA sind wegen ihres Haushaltsdefizits darauf angewiesen, dass China weiter Dollarpapiere kauft und China kann die Papiere nicht im großen Stil verkaufen, da sonst der Wert in den Keller geht.

Durch Donald Trumps Devise des “America first” beurteilt er jedes internationale Engagement der USA nach seinem direkten Nutzen. Da gibt es eine ganze Reihe von Institutionen der Vereinten Nationen die die USA schon verlassen hat oder ihr Engagement reduziert. Das beginnt mit der Organisation für Menschenrechte, dem Umweltsabkommen von Paris, dem Nuklearabkommen mit dem Iran, der Unesco, dem Internationalen Gerichtshof und dem Einsatz von UNO-Friedenstruppen.

In allen Fällen springt China in die Bresche und übernimmt die leer gewordenen Positionen. Wenn die USA ihr personelles und finanzielles Engagement auf internationaler Ebene reduziert, erhöht China dies jährlich. Wohin dies in wenigen Jahren führen wird, ist leicht abzusehen. Das 21. Jahrhundert wird wohl früher oder später von Peking aus gesteuert.


*Eckhard Ernst Kupfer
ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
Audio dieses Kommentars – AHAI  bl 05



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