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17/11/2016

Deutschland hat sich verändert - von Anja Dullius*

Deutschland hat sich verändert. Das ist ein Satz, den ich kürzlich in einem Kommentar des Senders “Deutsche Welle” aufgegriffen habe.

Vor gut einem Jahr sprach die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel den berühmten Satz: „Wir schaffen das!“ und meinte damit die organisatorische Krisenbewältigung des Flüchtlingsstroms aus dem Kriegsgebiet Syrien. Außenpolitisch kam dieser Satz gut an, Barack Obama aus den Vereinigten Staaten würdigte dies mit dem Kommentar, Deutschland sei auf der richtigen Seite der Geschichte. Und auch sonst in Afrika und im Nahen Osten, fand die Kanzlerin mit ihrer humanitären Geste und den darauffolgenden hilfsbereiten Taten zur Aufnahme der Flüchtlinge Anerkennung.

Anders dagegen in der Europäischen Union und in Deutschland: Angela Merkels Flüchtlingspolitik wurde nicht von allen gutgeheißen, der Rassismus hat deutlich zugenommen und rechtspopulistische Parteien gewinnen zunehmend an Zustimmung. In Deutschland liegt die rechtspopulistische Partei „Alternative für Deutschland“ bei 15%, in Frankreich und Bulgarien haben rechtspopulistische Parteien über 20% und in Ungarn und Polen stellen sie sogar die Regierung. In Großbritannien hatte die fremdenfeindliche Partei UKIP sogar die Idee eines Ausstiegs des Landes aus der EU, was dann auch tatsächlich als „Brexit“ dieses Jahr geschah.

Insgesamt ist in Deutschland die Angst vor islamistischem Terror gewachsen, denn heute weiß man, dass islamistische Terroristen den unkontrollierten Flüchtlingsstrom letzten Jahres zur Einreise nach Deutschland genutzt haben. Deutschland stehen somit immer noch große Aufgaben bevor: zum einen, was die Sicherheit im Land anbelangt und zum anderen ist nach wie vor große Solidarität gegenüber den Flüchtlingen gefordert. Integration und Vermittlung von freiheitlich, demokratischer Werte sind darin eine wichtige Aufgabe.

Doch zusätzlich birgt die Flüchtlingswelle auch Chancen: kultureller Austausch und mehr Verständnis füreinander können zu einer Kultur der Anerkennung führen, welche unterschiedliche Lebensformen, Religionen und Weltanschauungen als Bereicherung ansieht. Würde dies gelingen, könnte die Flüchtlingskrise zu einer gemeinsamen, friedlichen, offenen, toleranten und human geprägten Gesellschaft führen. Im Nachhinein würde man dann sagen können: „Wie gut, dass Deutschland sich verändert hat“.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und grüße Sie aus Estrela,


*Anja Dullius ist Mikrobiologin aus dem Bodensee-Gebiet im Süden Deutschlands, Kommentatorin der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 02 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br. Sie lebt mit ihrem Ehemann Carlos und den drei Kindern in einer ausgeprägt deutschstämmigen Gemeinde bei Estrela, RS. Beruflich arbeitet sie als Wissenschaftlerin in einem Chemieunternehmen für ein Biogasprojekt, gefördert vom CNPq, entwickelt biotechnologische Produkte und ist an der Universität UNIVATES in Lajeado an einem Projekt zur Untersuchung von Milchsäurebakterien beteiligt.
Email: dulliusanja@gmail.com.

 



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