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16/11/2016

Deutsch in Brasilien - von Eckhard Ernst Kupfer*

Dieser Tage hatte das Goethe Institut in São Paulo zu einer Diskussion über das Interesse an der deutschen Sprache in Brasilien eingeladen.

Daran nahmen Vertreter der Schulen mit Deutschunterricht, verschiedener Universitäten, des Deutschlehrerverbandes, des DAADs, des Generalkonsulats sowie der Präsident des Goethe Instituts aus Deutschland und der Präsident des deutschen Bundestages teil.

In offenen Gesprächen wurde festgestellt, dass das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache in den letzten Jahren kräftig gestiegen ist. Eines der Motive kann die Präsenz Deutschlands in Brasilien im Jahr 2013/2014 mit dem Deutschlandjahr, sowie die erfolgreiche Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft sein. Weit wichtiger und langfristig dauerhafter ist jedoch die Tatsache, dass Deutsche Universitäten für junge Brasilianer immer attraktiver werden. Einmal da das Studium dort kostenlos ist, zum anderen aber, dass mit einem abgeschlossenen Studium in Deutschland die Berufschancen weit besser sind, als wenn ein Student im Lande geblieben wäre, denn trotz der derzeitigen Krise in Brasilien interessieren sich auch weiterhin deutsche Firmen dafür Werke oder Vertretungen hier zu eröffnen.

Brasilien mit seiner großen deutschstämmigen Bevölkerung, bietet dafür eine hervorragende Basis. Besonders in den drei südlichen Staaten des Landes wird in vielen Familien noch ein deutscher Dialekt gesprochen, der es den Auszubildenden leichter macht die Sprache zu erlernen. Erstaunlich war bei dieser Gesprächsrunde jedoch, dass in São Paulo das Interesse an einer deutschsprachlichen Ausbildung mehrheitlich von Familien kommt, die keinerlei Beziehungen zu Deutschland haben.

In all diese euforischen Bestandsaufnahmen fiel ein kräftiger Wermutstropfen: Der Mangel an Deutschlehrern. Während die sogenannten PASCH-Schulen noch über die Möglichkeit verfügen Sprachlehrer aus Deutschland zu erhalten, müssen sich alle anderen Institute mit nationalen Lehrern versorgen. Diese aber fehlen überall, da die Ausbildung weit hinter dem Bedarf her hinkt. Eine Lösung bot der Vertreter der Universität von Curitiba an. Dort werden für aktive Englischlehrer Sprachkurse in Deutsch angeboten, die sie nach einer gewissen Zeit befähigen sollen Deutschunterricht zu vermitteln.

Damit das Interesse an einem Bildungsaustausch mit Deutschland nicht rückläufig wird, ist es unbedingt notwendig alle Möglichkeiten auszuschöpfen um sowohl für private als auch für staatliche Institutionen  genügend Deutschlehrer auszubilden.


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br



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