Colunistas

05/01/2017

Das Gute und das Böse - von Ekhard Ernst Kupfer+

Es ist ein schöner Brauch, dass man zum Jahresende über die vergangenen 12 Monate reflektiert, dass man möglichst tolerant wird und versucht das Gute in seiner Erinnerung in den Vordergrund zu stellen. Die Mehrheit der Menschen  geht auch mit einer großen Hoffnung in das neue Jahr und wünscht sich, dass es besser werde. Nicht nur materiell, auch emotional und im Umgang der Menschen untereinander. Aber so einfach ist das nicht, denn der Mensch ist ein recht zwiespältiges Wesen. Er weiß zwar, dass das Leben sehr viel leichter ist wenn man positiv und tolerant eingestellt ist, aber gleichzeitig herrscht auch ein oft schwer zu kontrollierendes Ego in einem und diese Eigenschaft drückt sich dann recht kompetitiv aus. Einerseits ist es aber ein Charakterzug, der die Menschheit und damit die Welt weiter bringt, aber er entwickelt auch recht häufig Konflikte. Diese wiederum öffnen dann eine Seite des Menschen, die schon in der Bibel so beschrieben wurde, dass der Mensch böse von Jugend auf sei. Dieses Böse steht damit im ständigen Wettstreit mit dem Guten.

Bereits beim Kleinkind kann man diese beiden Wesenszüge erkennen, wenn es auf der einen Seite den Eltern zu gefallen sein will, nur um ein Lächeln oder ein Lob zu erhalten und auf der anderen Seite mit viel Freude und Hingabe die Bausteine oder Figuren die der Vater oder ältere Bruder aufgebaut haben wieder zerstört. Zerstören und wieder aufbauen das sind zwei Wesenszüge die der Mensch von Geburt an in sich trägt und höchstens durch Erziehung und Bildung korrigiert werden können. Das ist dann die Aufgabe der Eltern, der Lehrer und der Gesellschaft. Da diese drei Säulen aber auch nicht ohne Fehl und Tadel sind, ist und bleibt unsere Gesellschaft gespalten.

Zum Jahreswechsel konnte man dies wieder einmal sehr direkt erleben, während an Stränden in Hotels oder zu Hause ausgelassen gefeiert wurde, machten sich auch Personen daran diese Fröhlichkeit und Freude, mit besonderem Eifer zu zerstören. Ob in einer Disco in Istanbul, bei einer Familienfeier in Campinas oder in den hoffnungslos überfüllten Gefängnissen in Manaus. Das Böse hat im schönsten Augenblick des Jahres wieder einmal zugeschlagen.

Wir sollten uns keiner Illusion hingeben, es wird so weitergehen. Bei der Vielzahl von Erdenbewohnern, bei den unterschiedlichsten Gesellschaften und Kulturen, ein friedliches Zusammenleben, das das Böse ausmerzt, wird wohl auch im Jahr 2017 eine Illusion bleiben.

Trotzdem wünsche ich Ihnen ein gutes und glückliches Jahr.


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br



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