Colunistas

31/01/2019

BRUMADINHO - von Eckhard Ernst Kupfer*

Den Namen dieser kleinen Stadt, nicht allzu weit entfernt von Belo Horizonte, hören, sehen und lesen wir nun jeden Tag.

In der Vergangenheit war dieser Ort nur in Verbindung mit dem Kunstpark Inhotim bekannt, denn um diese, für Brasilien, einmalige Installation von Kunst und Natur zu besuchen, musste man durch den ländlichen Ort Brumadinho fahren, der eigentlich nicht viel bot. Inzwischen ist diese Kunstinstallation weltweit bekannt geworden, obwohl sie eine recht dunkle Vergangenheit hat.

Der Gründer Bernardo Paz, der einmal eine große Sammlung brasilianischer Kunst besaß, mit welcher er die Idee dieses Kunstparks initiierte, ist bereits in verschiedenen Prozessen zu mehr als 10 Jahren Haft verurteilt worden. Das Motiv immer das gleiche, Steuerhinterziehung, unberechtiger Erhalt von Staatssubventionen und Devisenvergehen. Seine Firmen hat er an einen chinesischen Staatsbetrieb verkauft und der Park Inhotim ist heute eine Staatliche Stiftung, seine Restschulden werden in Luft zergehen.

Was hat dies mit dem Unglück in Brumadinho zu tun? Ganz einfach private Interessen und staatliche Aufsicht gehen Hand in Hand oder wo kein Ankläger ist auch kein Richter. Schon lange, aber spätestens nach dem Unglück in Mariana im November 2015 musste sich niemand, schon garnicht die Minengesellschaften eine Illusion über die Gefährlichkeit diese natürlichen Barrieren machen. Da aber von Seiten der Aufsichtsbehörden zu wenig oder garnichts unternommen wurde, ist Brumadinho leider die Konsequenz einer gemeinsamen Ignoranz.

Wenn man mit der Natur arbeitet, weiß man dass sie eine Urgewalt hat. Beim bauen von Wasserkraftwerken wird mit ausgefeilter Statik der Druck gemessen den Wasser auf die Stauwände erzeugt. Dementsprechend werden sie betoniert, denn Wasserkraft kann fakturiert werden und bringt Gewinn. Wer aber mit Eisenerz arbeitet, der interessiert sich in erster Linie für die Gewinne die dieses Produkt im Exportverkauf bringt. Der abgesonderte Erdschlamm, bringt nichts, sondern ist nur ein Balast der unnötig Geld kostet. Dementsprechend wurde nur das notwendige Minimum investiert. Eine natürliche Barriere, die aus Erde aufgebaut ist, hat im Laufe der Zeit eine natürliche Bewegung und gibt dann eben irgendwann einmal nach. Viele Experten wissen das und trotzdem hat man noch hunderte solcher Zeitbomben in der brasilianischen Landschaft, besonders in Minas Gerais.

Dass es auch anders geht, zeigen die Installationen der Firma Vale in Pará, in den dortigen Mineninstallationen wird der Erdschlamm getrocknet, zermahlen und als Baumaterial wieder verkauft.

Die bittere Frage bleibt, warum müssen so viele Menschen unschuldig sterben, bis man endlich aufwacht und diese Zeitbombem entschärft. Selbst Milliarden Strafen bringen die über 300 Toten nicht mehr zurück.


*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
Audio dieses Kommentars – AHAI  bl 05



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