Colunistas

09/07/2020

Brasiliens Landwirtschaft und der tropische Regenwald - von Eckhard Ernst Kupfer*

Brasilien ist ein grosses Land und weite Teile sind vom Amazonaswald besetzt, ein anderer Teil von dem wichtigen Wirtschaftszweig Landwirtschaft. Wie können diese beiden Teile des Landes gleichberechtigt nebeneinander bestehen und gedeihen?

Das grosse Waldpotential der Regenwald im Amazonas, war bis in die 1970er Jahre ein kaum berührtes Gebiet. Die damalige Militärregierung plante jedoch diese Region zu entwickeln und stimulierte Investoren dieses weite, unberührte Land zu kaufen und urbar zu machen. Zu diesem Zweck wurde die Sudam gegründet, die Superintendencia do Desenvolvimento da Amazonas.

Um dies zu stimulieren wurde der Bau der Transamazônica begonnen. Die Investoren kamen aus Brasilien aber auch aus anderen Ländern. Von da an war die sogenannte Entwicklung des Amazonasbeckens nicht mehr aufzuhalten. Von 1977 bis 2005 wurden jährlich 20.000 Quadratkilometer abgeholzt und in Weideland verwandelt. Dass dies auch der Holzindustrie zugute kam, war nur ein Nebenprodukt.\


Erst mit der zunehmenden Umweltbewegung wurde man in Brasilien, aber auch im Rest der Welt, auf den Wert des Regenwaldes aufmerksam. Ein Meilenstein war die Umweltkonferenz RIO 1992. Doch es dauerte noch viele Jahre bis die Abholzung einigermassen kontrolliert wurde. Erst ab 2006 ging sie auf etwa 7.000 Quadratkilometer pro Jahr zurück.


In der Zwischenzeit hatte sich jedoch bereits ein Grossteil von Mato Grosso und der Süden Parás in Agrarland verwandelt. Der Anbau von Getreide, besonders Soja, aber auch die Viehhaltung wuchsen Jahr für Jahr und tragen heute zu einem wesentlichen Teil der brasilianischen Wirtschaftsleistung bei. Gleichzeitig entwickelte sich jedoch sowohl im Land als auch besonders in Europa ein Umweltbewusstsein, das mit Sorge die ständige Reduktion des Regenwaldes wahrnahm.

Umweltexperten wiesen nach, das eine weitere Abholzung das Weltklima wesentlich verändern würde. Die führenden Regierungen der Welt setzten sich für Klimakontrollen ein und plötzlich wurde Brasilien zu einem der Sündenböcke erklärt. Dabei zielte man direkt auf die landwirtschaftliche Entwicklung des Landes, da Brasilien ein ernst zunehmender Konkurrent auf dem Agrarmarkt wurde.


Heute haben wir nun eine Situation, dass selbst die brasilianische Agrarindustrie sich für den Schutz des Regenwaldes einsetzen muss, da ihr sonst die Exportmärkte wegbrechen.


Was zu bekämpfen ist, ist die unkontrollierte Abholzung zur illegalen Landkontrolle, sei es für neue landwirtschaftliche Nutzung oder zur Schürfung von Bodenschätzen in indigenen Reservaten. Leider tut die derzeitige Regierung praktisch nichts um dagegen zu wirken und schädigt damit das Ansehen des Landes ebenso wie die exportierende Agrarwirtschaft.





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