Colunistas

09/06/2016

Bildungswert in einer Gesellschaft - von Anja Dullius*

„Das Lehrergehalt sagt viel über den Stellenwert von Bildung in einer Gesellschaft aus“. So war es kürzlich in einer deutschen Zeitung zu lesen.

In einfacherem Deutsch soll das heißen, wie viel Geld ein Lehrer an einer Schule in einem Monat verdient zeigt, welchen Wert in einem Land die Bildung hat. In Deutschland werden 5, 1% des Bruttoinlandsprodukts in Bildung investiert. Ein Lehrer bekommt in Deutschland jeden Monat ungefähr 4600 EUR, das sind ungefähr 10% mehr wie das durchschnittliche Einkommen dort.

Innerhalb Europas legt die Schweiz am allermeisten Wert auf Bildung: dort ist das Lehrergehalt um ein Drittel höher als der durchschnittliche Verdienst. Die Schweiz hat allen Grund dazu: das Land hat keinen Zugang zum Ozean, es ist Rohstoffarm, das heißt Vorräte an Öl, Gas, Erze oder Edelmetalle gibt es nicht und die Schweiz ist gebirgig, weshalb auch die Agrarwirtschaft es schwer hat. Was bleibt also übrig?

Die Antwort liegt auf der Hand: schon seit dem Jahre 1855 investiert die Schweiz intensiv in der Ressource „Bildung“, auf Portugiesisch: Educação. In diesem Jahr wurde das Polytechnikum gegründet, was heute die Universität ETH von Zürich ist, eine weltweit anerkannte Eliteuniversität und führende Universität Europas. Auch die Universitäten in Genf und Basel gehören zu den 100 besten Universitäten weltweit.

Und wie sieht das in Brasilien aus? Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigte, dass eine Lehrkraft in Brasilien auf der gleichen Gehaltsstufe 90% weniger verdient, als eine Lehrkraft in der Schweiz. Und 85% weniger als ein Lehrer in Deutschland. Brasilien zahlt laut einer Liste der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) einer der niedrigsten Lehrerlöhne der Welt.

Bildung ist ein Grundrecht eines jeden Menschen, eine gute Bildung ist die Basis eines jeden Landes, das eine Wirtschaftsmacht sein möchte. Es liegt auf der Hand, dass man dabei an der Bezahlung der Fachkraft Lehrer nicht geizen darf. Gute Lehrer kosten viel Geld, sind aber auf lange Frist gesehen für den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes notwendig. Das haben wir am Beispiel der Schweiz ja nun gesehen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und grüße Sie aus Estrela,RS.


*Anja Dullius ist Mikrobiologin aus dem Bodensee-Gebiet im Süden Deutschlands,  Kommentatorin der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 02 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br. Sie lebt mit ihrem Ehemann Carlos und den drei Kindern in einer ausgeprägt deutschstämmigen Gemeinde bei Estrela, RS. Beruflich arbeitet sie als Wissenschaftlerin in einem Chemieunternehmen für ein Biogasprojekt, gefördert vom CNPq, entwickelt biotechnologische Produkte und ist an der Universität UNIVATES in Lajeado an einem Projekt zur Untersuchung von Milchsäurebakterien beteiligt. Obiger Kommentar wird bei der Sendung AHAI Nr. 1140 - Bl. 02 am Wochenende (11-12/06/2016) ausgestrahlt.
Email: dulliusanja@gmail.com.



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