Colunistas

01/08/2019

Amazonas, ein wildes Land - von Eckhard Ernst Kupfer*

In meiner Kindheit lasen wir Abenteuerhefte und Bücher über den Wilden Westen Nord Amerikas, dem Land der Cowboys und der Indianer.

 Dem Land wo das Recht der schnellen Waffe galt und Goldsucher das Land durchquerten und vom großen Reichtum träumten. Dies alles fand im 19. Jahrhundert statt. Wenn wir heute in den Amerikas ein wildes Land suchen, dann stoßen wir unvermeidlich auf die Länder und Staaten im Amazonasbecken. Ein großer Regenwald, der das gesamte Klima Südamerikas beeinflusst und ob seines natürlichen Reichtums von vielen Seiten bedroht ist, denn Glücksritter, Plünderer, Großgrundbesitzer, Staatsfirmen und Geschäftsleute, sie alle wollen ihren Teil von dieser üppigen Natur herausschneiden.

Das geht aber sehr häufig zu Lasten der Natur und auch der dort ansässigen Bewohner. Was wächst sind die Städte, Belém und besonders Manaus haben heute weiter mehr als eine Million Einwohner. Wer aber bedroht ist, sind die indigenen Völker, die zwar teilweise per Gesetz ihre Reservate wieder erhalten haben, in der Praxis aber nicht wirklich respektiert werden. Ebenso ergeht es den Ribeirinhos, das sind Bewohner der Uferlandschaften der vielen Flüsse die das Amazonasbecken durchqueren. Sie werden verjagt, wenn ihr Land für Investitionen interessant wird. Zwar sind alle diese Minderheiten per Gesetz geschützt, aber die Vertreter von Staat und Recht und Ordnnung sind weit und dann auch oft nur auf der Seite des Stärkeren.

Ich nenne nur einige wenige Namen die die wirkliche Situation im Norden Brasiliens wiederspiegeln: Belo Monte, Balbina,  Altamira, Carajas. Die ersten beiden sind Hidroeletricas die mehr Dyoxid und Kohlestaub ausstoßen als jedes Kohleheizwerk, also Umweltverschmutzer sind. Altamira ist eine Stadt ohne Ordnung wo der Drogenhandel das Leben und selbst die Gefängnisse beherrscht, wie es gerade dieser Tage geschehen ist und Carajas ist ein vom Staat saktionierter Abbau brasilianischer Erde, die dann mit Gewinn nach China verkauft wird. Was zurückbleibt ist totes Land.

Ich habe gerade die letzten Wochen mit 3 Kollegen die Amazonasregion besucht und von Belém über Santarém und Óbidos den Strom kennengelernt. Von Manaus sind wir dann 6 Stunden nördlich zu einer Meßstation gefahren die sowohl das Klima als auch die Verschmutzung kontrolliert und mißt.   Wir fanden glückliche Menschen, die dort leben wo man sie mit der Natur in Frieden lässt, wir fanden bedrohte Menschen, die ohne Recht mit täglicher Angst leben und wir fanden eine Struktur die dies alles nicht kontrollieren kann, trotz Satellitenüberwachung.

Wir würden gerne glauben, dass der Regenwald und diese Region stärker ist als die welche ihn bedrohen, aber sicher sind wir uns nicht, denn immerhin hat der Wald in 50 Jahren schon 20 Prozent eingebüßt und laut letzten Berichten soll es derzeit noch schneller gehen. Wenn nicht alle Kräfte zusammenarbeiten und bereit sind die Natur zu schützen, werden es unsere Kinder und Enkel zu spüren bekommen.


c*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI - bl. 05 – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
Audio dieses Kommentars – AHAI  bl 05



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