Colunistas

20/12/2018

2018, ein turbulentes Jahr - von Eckhard Ernst Kupfer*

Am Ende eines Jahres reflektiert man ganz natürlich über das was so geschehen ist, im persönlichen Umkreis, im Land in dem man lebt und wie sich die Welt verändert hat.

Wenn ich auf diese drei Ebenen zurückblicke, dann komme ich zu dem Schluss, es hat sich wirklich einiges getan. Persönlich war ich ein Teil des interessanten Projekts “200 Jahre die Reise durch Brasilen,” welche die beiden bayerischen Forscher Spix und Martius zwischen 1817 und 1820 durchgeführt haben.

Wir konnten Brasilien noch besser und intensiver kennenlernen, als wenn man einfach als Tourist reisen würde. Dabei konnten wir feststellen, dass das Land eine reiche Geschichte hat, aber auch eine interessante Gegenwart und hoffentlich eine vielversprechende Zukunft. Vieles was die Kolonialmacht Portugal implantiert hat ist noch erhalten, Positives wie Negatives. Dabei ist man dann rasch in der Realität angekommen und stellt fest, dass trotz Demokratie und fester staatlicher Struktur, ein großer Teil der historischen Hierarchie weiterlebt und und weiter ihr Unwesen treibt.

Eines davon ist, dass es kaum ein Land auf der Erde gibt, das einen solchen Staatsapparat unterhält wie Brasilien. Einmal funcionario público, immer funcionario público. Gleichgültig ob man etwas leistet oder ob Bedarf da ist, die Stelle kann nicht gestrichen werden und der Mitarbeiter nie mehr entlassen, er geht stolz nach 35 Jahren in den Ruhestand mit vollen Bezügen. Ob dies dem Staat gut tut oder nicht, das interessiert niemanden der Verantwortlichen und so rutscht der Staatshaushalt allmählich in die Sphäre der Unbezahlbarkeit. Es ist wie beim Untergang der Titanic, alle sehen das Unglück kommen, aber keiner reagiert.

Wenn wir die Weltpolitik ansehen, so beherrschten drei Themen die Nachrichten: Immigration, Umweltverschmutzung und Donald Trump. Solange die Welt nicht gerechter wird und die politischen Führer in vielen Ländern ihr Volk missachten oder gar verfolgen und ausmerzen wollen, wird die Massenflucht anhalten. Da helfen keine Vereinten Nationen und sonstige überstaatliche Institutionen, wenn Menschen in Gefahr sind, suchen sie Sicherheit. Damit müssen sich die Länder die Fluchtziele sind auseinandersetzen und Lösungen finden, auch wenn sie nicht immer einfach sind.

Die Umweltverschmutzung ist ein heikles Thema, das gerade auf der letzten Weltkonferenz in Polen behandelt wurde. Es gibt die Verkünder der Hiobsbotschaft, das ist die Mehrheit, die von einer realen Gefahr für zukünftige Generationen ausgeht und damit die gegenwärtige schon beunruhigt und drangsaliert, es gibt aber auch die Erhitzungsleugner, die ebenso Argumente sammeln die die Gefahr der Erderwärmung als ein Hirngespinst darstellen und dies auch noch versuchen zu beweisen. Nur eines ist sicher: mehr Menschen auf dieser Erde, und immer mehr Fortschritt, produzieren immer mehr Abfall und Verschmutzung und verbrauchen immer mehr natürliche Ressourcen. Ob diese Spirale endlos weitergehen kann, das sollten uns objektive Fachleute sagen.

Ja und dann kommt noch der amerikanische Präsident, der aus den Medien nicht mehr wegzudenken ist, er twittert durch die Welt wie ein Hurrikan und versetzt nahezu täglich irgend jemand in seinem Land oder weltweit in Angst und Schrecken. Das schlimme ist, er scheint daran auch noch Spaß zu haben. Nachfolger seines neuen politischen Stils findet man mittlerweile immer mehr, ob in der Türkei, in Ungarn oder Polen, seine nationalistische Weltauffassung macht immer mehr Schule. Ob auch Brasilien davon angesteckt werden wird, wird das neue Jahr zeigen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein sicher nicht langweiliges 2019.





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