Colunistas

23/08/2014

matéria de: Ekhard E. Kupfer

Kupfer 1046, Radio 249

Die Zukunft des Buchs

Dieser Tage beginnt in São Paulo die Bienal do Livro, die größte Buchmesse Südamerikas. Sie findet jährlich statt, abwechselnd in São Paulo und Rio de Janeiro. Wenn man die riesigen Hallen besucht und an den hunderten von Ständen vorbeigeht hat man den Eindruck, als ob das Buch ein viel begehrtes und häufig gekauftes und gelesenes Produkt wäre, das keine Krise kennt. Doch das ist keineswegs die Realität. Es vergeht keine Woche, dass nicht in irgendeinem Pressebericht der Tod des gedruckten Buchs vorausgesagt wird. Man hat den Eindruck, dass sich das Buchgeschäft, Verleger und Buchhändler, genauso benehmen wie die Patrizier kurz vor dem Untergang Roms. Es wird gefeiert und gefestet, eine Messe jagt die andere und die Menge der  veröffentlichten und gedruckten Bücher steigert sich von Jahr zu Jahr.

So ganz nebenbei wird aber auch das elektronische Buch, e-book genannt, in den Katalogen, im Internet und auf den Ständen der Messen angeboten. Regelmäßig tauchen Berichte auf, dass die Zukunft dem Lesen auf dem e-Reader oder Tablet gehören würde, und das gedruckte Buch zum Tode geweiht wäre. Ist das wirklich so?

Nun tatsächlich hat die elektronische Version enorme Zuwachsraten, aber der Gesamtanteil dieser Lektüre liegt immernoch unter 10 Prozent des gesamten Umsatzes. Gefährlicher sieht es nur aus, wenn man die jährlichen Zuwachsraten betrachtet, sie steigen  sehr viel schneller  als beim gedruckten Buch. Und besondere Gefahr droht heute von der jungen Generation, die bereits mit dem Handy oder Tablet aufwachsen. Für diese Kinder wird auch der Schulunterricht bald nur noch elektronisch erfolgen, und damit haben sie keinen Bezug mehr zum Papier und letztlich zum traditionellen Buch.  Wenn diese Generation in das Alter des Lesekonsums kommt, in spätestens 15 bis 20 Jahren, dann lädt sie sich ihren Lesetext herunter, so wie es heute schon immer mehr tun, und haben keinen Platz mehr für ein Bücherregal. Dass man das Produkt nicht greifen kann, das ist den Erwachsenen der Zukunft nicht wichtig. Was dann noch bleibt, sind vielleicht schöne Bildbände oder Erinnerungsausgaben als Raritäten in Buchhandlungen voller Tradition. Doch davon wird es nur noch wenige geben. Ob das nur eine schreckliche Vision ist oder aber Realität, die nächsten Jahre werden es zeigen. 

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