Menschen und Feuer - von Eckhard Ernst Kupfer*

Diese beiden Begriffe gehören seit Urzeiten zusammen. Neben dem Wasser und der Ernährung war das Feuer ein Grundelement des menschlichen Überlebenns. 

Um ein Feuer am Brennen zu halten benötigte man schon immer Holz, Äste und Sträucher. Dies bedeutet die Komponenten Mensch und Feuer haben eine gemeinsame lange Geschichte. Ebenso ist es auch mit Holz, das schon früh zum bauen von Booten, Hütten und Gefässen benötigt wurde. Insofern war der Wald ein normaler Lieferant dieser Materialien. Bäume wurden gefällt und wuchsen nach.

Problematisch wurde es erst mit der enormen Vermehrung der Menschheit, so schnell können Wälder garnicht mehr nachwachsen wie der Mensch sich ihnen bedient. Ähnlich steht es mit Weide- und Anbauflächen, die eine sich stark multiplizierende Menschheit für ihre Versorgung und ihr Überleben benötigt.

Der Aspekt der dadurch erzeugten klimatischen Veränderung ist noch eine junge Erkenntnis des 20. Jahrhunderts. Aber zu dieser Zeit haben viele Länder der Erde einen grossen Teil ihrer Wälder bereits abgeholzt. Unter dem recht neuen Aspekt, dass Wälder nicht nur Holzlieferanten sind sondern auch das Klima beeinflussen, entstand die Sorge Wälder, besonders tropische Wälder zu erhalten. Dies aber entspricht noch zu einem geringen Teil dem menschlichen Drang nach Fortschritt. Genauso wie die technischen Annehmlichkeiten der Forschung geliebt und sie zügellos benutzt werden, genauso geht der Mensch auch mit den natürlichen Resourcen um. Ein Umdenken und ein neues Handeln ist jedoch ein Prozess, der kaum in einer Generation gelöst werden kann, dazu bedarf es einer enormen Erziehung und einer neuen Werteordnung und dies kann eine lange Weile dauern.

Deshalb müssen wir wohl auch noch eine ganze Zeit mit riesenhaften Flächebränden auf dem gesamten Erdball leben, die dann viele bedauern, worüber viele bestürzt sind aber wenig geändert wird.

Wahrscheinlich hat die Menschheit für Krankheiten wie den Coronavirus schnellere Lösungen als für den Umgang mit Wäldern und der Natur in der wir leben.
                                           

*Eckhard Ernst Kupfer ist deutscher Journalist, Direktor des Martius-Staden-Instituts in São Paulo, Herausgeber der Jahrbücher des Instituts, Mitautor von “Fünf Jahrhunderte deutsch-brasilianische Beziehungen”, Kommentator der Radiosendung AHAI – Die deutsche Stunde der Gemeinden > Block 05 und Kolumnist bei www.brasilalemanha.com.br – Notícias.
E-Mail: ekupfer@martiusstaden.org.br
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